Eine US-amerikanische Drohne vom Typ MQ-9 steht am 23.01.2018 während einer Flugschau auf dem Flugplatz von Kandahar. | dpa

Syrien Al-Kaida-Führer bei US-Drohnenangriff getötet

Stand: 23.10.2021 17:17 Uhr

Das führende Al-Kaida-Mitglied Abdul Hamid al-Matar ist nach US-Angaben bei einem Luftangriff in Syrien getötet worden. Er soll für die Planung von überregionalen Anschlägen der Terrororganisation verantwortlich gewesen sein.

Das US-Militär hat mit einem Luftangriff im Nordwesten Syriens nach eigenen Angaben ein führendes Mitglied der Terrororganisation Al-Kaida getötet. Es gebe keine Hinweise auf zivile Opfer, erklärte die für die Region zuständige Kommandozentrale des US-Militärs, Centcom. Für den Luftangriff wurde demnach eine Drohne vom Typ MQ-9 eingesetzt. Dabei sei das führende Al-Kaida-Mitglied Abdul Hamid al-Matar getötet worden, hieß es.

Al-Kaida sei für die USA und ihre Verbündeten weiterhin eine Bedrohung. Die Gruppe nutze Syrien als sicheren Hafen, um sich zu organisieren und Angriffe zu planen, erklärte das Militär. Die Tötung al-Matars werde die Fähigkeit Al-Kaidas beeinträchtigen, "weitere Anschläge weltweit zu planen und auszuführen", erklärte ein Armeesprecher.

Foto soll Leiche von al-Matar zeigen

Der Angriff fand im Ort Suluk in der nördlichen Grenzregion Syriens statt, die von der Türkei und mit ihr verbündeten Milizen kontrolliert wird. Die Türkei hatte Teile der Region mit zwischen 2016 und 2018 gestarteten Militäreinsätzen eingenommen. Diese richteten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch die Kurdenmiliz YPG. Die kurdischen Aktivisten des Rojava Information Center veröffentlichten ein Foto, das die Leiche al-Matars zeigen soll.

Das US-Militär gehe in Gegenden, die vom NATO-Partner Türkei kontrolliert werden, bei Angriffen gegen Mitglieder von IS und Al-Kaida "straffrei" vor, schrieb das Center bei Twitter. Es habe dort mehr als 80 frühere Mitglieder beider Gruppen identifiziert.

Bereits Ende September hatten die USA nach Angaben des Pentagon einen Al-Kaida-Kommandeur bei einem US-Luftangriff in der Region Idlib im Nordwesten Syriens getötet. Salim Abu-Ahmad war nach US-Angaben für die "Planung, Finanzierung und Genehmigung von überregionalen Al-Kaida-Anschlägen" verantwortlich.

Rund 900 US-Soldaten sind noch in Syrien

Der Drohnenangriff auf al-Matar erfolgte zwei Tage nach einer Attacke auf den von der Anti-IS-Koalition genutzten Luftwaffenstützpunkt Al-Tanf im Süden Syriens. Ob es sich bei der Tötung von al-Matar um einen Vergeltungsschlag für den Angriff auf Al-Tanf handelte, sagte der Sprecher nicht.

Rund 900 US-Soldaten befinden sich derzeit noch in Syrien. Im Nordosten des Landes unterstützen sie die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Im Süden sind sie auf der Militärbasis Al-Tanf stationiert, die 2016 für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat eingerichtet worden war. Sie liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Jordanien und Irak an der strategisch wichtigen Straße von Bagdad nach Damaskus.

Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 wurden etwa 500.000 Menschen getötet. Mehr als 6,6 Millionen flüchteten ins Ausland.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Oktober 2021 um 09:03 Uhr.