Rettungskräfte versorgen Verletzte nach einem folgenschweren Gedränge in Seoul | AFP

Halloween-Feiern Mindestens 149 Tote nach Gedränge in Seoul

Stand: 30.10.2022 02:01 Uhr

Bei Halloween-Feiern in Seoul sind nach Behördenangaben mindestens 149 Menschen im Gedränge in einer engen Straße gestorben. Die Tragödie ereignete sich in einem Ausgehviertel der südkoreanischen Hauptstadt. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch unklar.

Bei einem Gedränge in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind der Feuerwehr zufolge mindestens 149 Menschen ums Leben gekommen. 150 Menschen seien verletzt worden. Der Zustand einiger Verletzter sei ernst. Die Zahl der Toten könne weiter steigen. Viele Opfer seien totgetrampelt worden, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Per Textnachricht fordert die Stadtregierung von Seoul jene Menschen, die im betroffenen Bezirk unterwegs sind, dazu auf, nach Hause zu gehen.

Unglücksursache noch unklar

Als sich das Unglück gegen 22.20 Uhr Ortszeit ereignete, sollen laut Medienberichten bis zu 100.000 Menschen in dem beliebten Ausgehviertel Itaewon unterwegs gewesen sein. Sie wollten dort an den ersten großen Halloween-Partys seit Beginn der Corona-Pandemie teilnehmen. Viele waren verkleidet und trugen Masken.

Augenzeugen berichteten, dass eine große Menschenmenge in der leicht abfallenden Gasse nahe des Hamilton Hotels vorwärts drängte und dabei vorne Menschen übereinander fielen. Auf Fotos und Videos, die unter anderem über den Kurznachrichtendienst verbreitet wurden, ist zu sehen, wie Menschen teils dicht aneinander gepresst in der Gasse stehen. Vereinzelt ist zu sehen, wie Rettungskräfte und Polizisten versuchen, Menschen in Sicherheit zu bringen. Auf anderen Aufnahmen ist zu sehen, wie zahlreiche Menschen auf der Straße liegen und Rettungskräfte sowie Umstehende versuchen, sie wiederzubeleben.

Wie es zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Zunächst hatten lokale Medien berichtetet, dass zahlreiche Menschen gleichzeitig versucht hätten, zu einer Bar zu kommen, in der sich angeblich eine prominente Person aufgehalten haben soll. Bestätigt wurde diese Information allerdings bislang nicht. Klar ist allerdings, dass in der gesamten näheren Umgebung sehr viele Menschen unterwegs waren und an vielen Stellen ein Durchkommen nur schwer möglich war.

Opfer des Gedränges in Seoul liegen zugedeckt auf der Straße. | AFP

Opfer des Gedränges in Seoul liegen zugedeckt auf der Straße. Bild: AFP

Hunderte Rettungskräfte im Einsatz

Zahlreiche Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht, darunter auch eine Reihe von Menschen aus anderen Staaten. Mehr als 400 Rettungskräfte und etwa 140 Rettungswagen waren vor Ort. Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol ordnete an, weiteres Notfallpersonal in die Region zu entsenden und Krankenhausbetten vorzubereiten. Die Todesopfer wurden zur Identifizierung in Krankenhäuser und eine nahe gelegene Turnhalle gebracht. Ein Feuerwehrsprecher sagte, dass die meisten Opfer zwischen 20 und 30 Jahre alt seien.

Staatspräsident Yon Suk-yeol berief eine Krisensitzung ein und ordnete an, dass Sicherheitsvorkehrungen für Feierlichkeiten überprüft werden. Seouls Bürgermeister Oh Se-hoon, der derzeit auf Besuch in Europa ist, soll laut der Nachrichtenagentur Yonhap seine sofortige Rückkehr angekündigt haben.

Sicherheits- und Rettungskräfte stehen vor der engen Gasse in Seoul, in der zahlreiche Menschen im Gedränge starben | REUTERS

Nachdem die Toten und Verletzten aus der engen Gasse gebracht worden waren, begannen dort die Ermittlungen. Bild: REUTERS