Feuer nach Drohnen- und Raketenangriffen der Huthi-Rebellen auf eine Flüssigerdgasanlage in der südlichen Grenzstadt Jizan, Saudi-Arabien. | AP

Huthi-Rebellen Angriff auf Ziele in Saudi-Arabien

Stand: 20.03.2022 10:17 Uhr

Die Friedensbemühungen im Jemen-Konflikt haben einen Rückschlag erlitten. Huthi-Rebellen sollen mit Drohnen und Raketen mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen haben. Ölanlagen und ein Kraftwerk wurden beschossen.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben offenbar mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. Staatsmedien berichteten von einem Trommelfeuer von Drohnen- und Raketenangriffen. Die Militärkoalition unter der saudischer Führung erklärte, eine Flüssigerdgasanlage Ölkonzerns Aramco am Hafen Janbu am Roten Meer sei beschossen worden. Der Angriff sei aber abgewehrt worden.

Weitere Angriffe betrafen demnach ein Kraftwerk im Südwesten des Landes, eine Entsalzungsanlage in Al-Schakeek, ein Aramco-Terminal in der südlichen Grenzstadt Dschasan und eine Tankstelle in der südlichen Stadt Chamis Muschait.

Ballistische Rakete wurde abgefangen

Vier Drohnen wurden nach Angaben der Koalition nach den Angriffen abgefangen und zerstört. Eine ballistische Rakete, die in Richtung der Stadt Dschasan abgefeuert worden sei, sei gestoppt worden. Bei den Angriffen habe es keine Opfer gegeben, teilte die Militärkoalition mit.

Es seien jedoch Fahrzeuge von Zivilisten und Wohngebäude in dem betroffenen Gebiet beschädigt worden. Die amtliche Nachrichtenagentur SPA veröffentlichte mehrere Fotos von Feuerwehrfahrzeugen im Löscheinsatz sowie von zerstörten Fahrzeugen und Kratern im Boden.

Rebellen lehnten Gesprächsangebot ab

Die Angriffe markierten die jüngste Eskalation von grenzübergreifenden Attacken der Huthis auf Saudi-Arabien. Ein Sprecher der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, Jehia Sarie, sprach von einer "breiten und großen Militäroperation in die Tiefe von Saudi-Arabien". Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Vor den Angriffen hatte der in Saudi-Arabien ansässige Golfkooperationsrat die kriegführenden Parteien im Jemen zu Gesprächen in Riad eingeladen, um den Krieg zu beenden. Die Huthi-Rebellen lehnten dies ab und forderten, dass die Verhandlungen in einem "neutralen" Land stattfinden. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition wertete die jüngste Angriffe als Eskalation und Antwort auf ihr Gesprächsangebot, berichtete der Sender Al Arabija.

Millionen Jemeniten mussten fliehen

Im Jemen tobt seit 2015 ein Stellvertreter-Krieg zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien. Während der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, führt die Regierung in Riad eine Gruppe sunnitisch geprägter Golfstaaten im Kampf gegen diese Aufständischen an. Die Koalition unterstützt damit die international anerkannte jemenitische Regierung von Abd-Rabbu Mansur Hadi, die von den Huthi-Rebellen Ende 2014 aus Jemens Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war.

In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits rund 380.000 Menschen getötet, Millionen weitere mussten flüchten. Die UNO stuft die Lage im Jemen als größte humanitäre Katastrophe weltweit ein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2022 um 13:00 Uhr.