Wladimir Putin | AP

Vorwurf des Cyberangriffs Putin fordert Beweise vonseiten der USA

Stand: 14.06.2021 16:47 Uhr

Mehrere Unternehmen in den USA waren jüngst Opfer von Hackerangriffen geworden. US-Präsident Biden hatte Russland dafür verantwortlich gemacht. Kremlchef Putin fordert jedoch eindeutige Beweise für die Vorwürfe.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf eines russischen Cyberkriegs gegen die USA zurückgewiesen und Beweise für die Vorwürfe vonseiten der USA gefordert. "Wir sind schon aller möglichen Dinge beschuldigt worden - Wahleinmischung, Cyberangriffe und so weiter", sagte Putin in einem veröffentlichten Ausschnitt eines Interviews mit dem US-Sender NBC News.

Die USA hätten sich dabei "nicht ein einziges Mal die Mühe gemacht, irgendwelche Beweise vorzulegen", kritisierte der Kremlchef weiter, der sich am Mittwoch mit seinem Amtskollegen Joe Biden auf einem Gipfel in Genf treffen wird.

Mehrere große US-Unternehmen, darunter die US-Tochter des weltgrößten Fleischproduzenten JBS und der Betreiber der Colonial-Ölpipeline, waren in jüngster Zeit Opfer von Cyberangriffen geworden. Die USA vermuten Hackergruppen aus Russland dahinter. In beiden Fällen wurden Systeme mit einer Ransomware blockiert, um Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Bereit für Gefangenenaustausch

Auf die Frage des NBC-Reporters, ob er bei seinem Treffen mit Biden am Mittwoch offen für einen Gefangenenaustausch zwischen Moskau und Washington sei, sagte der russische Präsident: "Ja, ja, ja, natürlich". Konkret könnte es sich dabei um die in Russland inhaftierten US-Bürger Paul Whelan und Trevor Reed handeln.

Der ehemalige US-Marineinfanterist Whelan wurde 2020 in Moskau wegen Spionagevorwürfen zu 16 Jahren Haft verurteilt. Reed wurde ebenfalls 2020 zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er in betrunkenem Zustand russische Polizisten angegriffen hatte.

Moskau könnte seinerseits die Rückkehr des in den USA inhaftierten russischen Ex-Waffenhändlers Viktor Bout und des Piloten Konstantin Jaroschenko anstreben, der wegen Drogenschmuggels in Haft sitzt. 

Putin für Zusammenarbeit mit den USA

Darüber hinaus schlug Putin in dem Interview erneut eine Zusammenarbeit mit den USA bei der Cybersicherheit vor. "Es ist unsere große Hoffnung, dass wir diesen Prozess mit unseren US-Partnern in Gang setzen können", sagte er.

Angesprochen wurde der Staatschef auch auf seinen inhaftierten Gegner Alexej Nawalny. Der Oppositionelle werde nicht schlechter behandelt als andere Gefangene, meinte Putin. Nawalny ist seit Monaten in einem Straflager östlich von Moskau inhaftiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Juni 2021 um 05:00 Uhr.