Ein Mann tippt auf der Tastatur eines Laptops | dpa

Nach US-Anfrage Russland zerschlägt Hacker-Gruppe REvil

Stand: 14.01.2022 18:01 Uhr

Hacker der REvil-Gruppe sollen hinter Tausenden Ransomware-Attacken stecken. Nun haben russische Ermittler deren Infrastruktur nach eigenen Angaben aufgelöst. Zuvor gab es eine entsprechende Anfrage der US-Behörden.

Die Infrastruktur der Hacker-Gruppe REvil ist laut russischen Angaben aufgelöst. Die illegalen Aktivitäten der Mitglieder seien zerschlagen worden, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit. Bei Durchsuchungen an 14 Wohnorten seien Geld und Ausrüstung beschlagnahmt worden.

426 Millionen Rubel, also umgerechnet etwa 4,8 Millionen Euro, wurden den Angaben zufolge sichergestellt - ein Teil davon in Kryptowährung. Außerdem hätten die Ermittler 600.000 US-Dollar und 500.000 Euro in bar, Computerausrüstung und zwanzig hochwertige Autos vorgefunden.

Erpressung mit verschlüsselten Daten

Laut Sicherheitsexperten hat sich REvil auf sogenannte Ransomware-Attacken spezialisiert, bei denen die Daten der Betroffen verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegelds wieder entschlüsselt werden.

Die Gruppe soll unter anderem hinter einem Angriff auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya stecken. Kaseya hat 40.000 Geschäftskunden in der ganzen Welt. Eine Folge der Attacke war, dass der Großteil der Filialen der schwedischen Supermarktkette Coop vorübergehend schließen musste, weil die Kassensysteme nicht funktionierten.

Mutmaßlicher Drahtzieher in den USA angeklagt

Im November hatten internationale Ermittler mehrere Hacker festgenommen, die für Tausende Angriffe auf Organisationen und Unternehmen verantwortlich sein sollen. Auch der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Angriff auf Kaseya wurde festgenommen und in den USA wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt.

Für größere Cyberangriffe seien hauptsächlich Gruppen aus Russland verantwortlich, vermuten Experten.

USA und Russland streben bessere Cybersicherheit an

Anlass der aktuellen Ermittlungen sei den russischen Ermittlern zufolge eine Anfrage der US-Behörden.

Im vergangenen Jahr hatten sich Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden bei Gesprächen in Genf über die Cyber-Attacken ausgetauscht und vereinbart, gemeinsam eine bessere Cybersicherheit anzustreben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Januar 2022 um 18:00 Uhr.