Kremlsprecher Dmitrij Peskow vor dem per Video zugeschalteten russischen Präsidenten Wladimir Putin (Bild vom 17.12.2020). | AP

Russland Kreml verurteilt "aggressive" Biden-Rede

Stand: 05.02.2021 15:34 Uhr

Kremlsprecher Peskow hat US-Präsident Bidens außenpolitische Rede als aggressiv und unkonstruktiv bezeichnet. Zur Forderung von Nawalnys Freilassung sagte er, Russland akzeptiere keinerlei Ultimatum.

Nach der außenpolitischen Grundsatzrede von US-Präsident Joe Biden hat die russische Führung ihm Aggressivität vorgeworfen.

"Das ist zu unserem Bedauern eine sehr aggressive, unkonstruktive Rhetorik", sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Biden hatte in seiner Rede erklärt, er habe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat klargemacht, dass die Verhältnisse, wie sie unter seinem Amtsvorgänger Donald Trump herrschten, vorbei seien. Die USA würden "Russlands aggressiven Aktionen" nicht mehr tatenlos zusehen - etwa "der Einmischung in Wahlen, Cyberattacken, oder der Vergiftung seiner Bürger".

Dialogbereitschaft, "wo dies unseren Interessen dient"

Biden hatte auch die sofortige Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny, der Ziel eines Giftanschlags geworden war, gefordert. Peskow sagte dazu, Russland werde keinerlei Ultimatum der USA hinnehmen: "Wir haben bereits gesagt, dass wir derartige Belehrungen ignorieren werden."

Es gebe "eine enorme Menge an Differenzen und unterschiedlichen Herangehensweisen in Schlüsselfragen" mit den USA - dennoch hoffe man auf einen nützlichen Dialog zwischen beiden Staaten: "Wir erwarten den politischen Willen der US-Amerikaner, die Zusammenarbeit fortzusetzen, wo dies unseren Interessen dient", sagte Peskow.

Russland und die USA hatten kürzlich eine fünfjährige Verlängerung des New START-Vertrags über nukleare Rüstungsbegrenzung ausgehandelt. Jedoch kündigte Russland an, sich nach dem Austritt der USA aus dem "Open-Skies-Abkommen" ebenfalls daraus zurückziehen zu wollen - einem der letzten Verträge in puncto Rüstungskontrolle, in dem die USA und Russland momentan noch kooperieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2021 um 12:00 Uhr.

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