Die chinesische Raumstation Tiangon | dpa

Chinesische Raumstation Letztes Modul an "Tiangong" angedockt

Stand: 01.11.2022 10:28 Uhr

Das dritte und vorerst letzte Modul hat an der chinesischen Raumstation angedockt. "Mengtian" war gestern erfolgreich mit einer Rakete ins All geschickt worden. Der Raketentyp sorgte jedoch zuletzt für Streit.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Das Modul mit dem Namen "Mengtian" - auf Deutsch: Himmelsträume - vervollständigt die knapp 18 Meter lange, T-förmige Raumstation "Tiangong 1". "Wegen des präzisen Starts des Mengtian-Labormoduls ins Weltall, konnte das Andockmanöver wie geplant nach 13 Stunden stattfinden - unter genauer Beobachtung aller Systeme", so Wang Saijin vom Raumfahrt-Kontrollzentrum in Peking im chinesischen Staatsfernsehen. "Der ganze Prozess war problemlos und erfolgreich."

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Das neue Modul ist mit Forschungsausrüstung für Experimente ausgestattet. Derzeit befindet sich ein Team aus zwei Männern und einer Frau in der Raumstation. Zu ihnen sollen noch in diesem Jahr drei weitere chinesische Astronauten fliegen, um die Raumstation "Tiangong" - auf Deutsch Himmelspalast - fertigzustellen.

Ein Fünftel so groß wie ISS

Geplant ist, dass sie mindestens zehn Jahre in Betrieb sein wird. Eine ständige Besatzung soll dann regelmäßig Experimente durchführen und Technologien testen. China hat unter anderem eine eigene Raumstation errichtet, weil Chinesinnen und Chinesen nicht an Bord der Internationalen Raumstation ISS dürfen.

Ein US-Gesetz verbietet der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA, Daten mit der Volksrepublik zu teilen. "Tiangong" ist in etwa ein Fünftel so groß wie die Internationale Raumstation ISS.

Unnötige Gefahr?

Das neue Modul war gestern mit einer Rakete vom Typ "Langer Marsch 5B" ins All geschickt worden - Chinas leistungsfähigste Rakete. Zuletzt hatte dieser Raketentyp für Streit zwischen China und den USA gesorgt.

Anders als bei den meisten Trägerraketen, gibt es bei dem von der Volksrepublik verwendeten Typ keinen kontrollierten Wiedereintritt von ausgebrannten Raketenteilen in die Atmosphäre. Die Reste stürzen Tage nach dem Start wieder auf die Erde. Wann genau und wo, ist nicht vorherzusehen.

Die US-Weltraumbehörde NASA wirft der chinesischen Staats- und Parteiführung vor, mit dem Raketentyp unnötige Gefahr zu verursachen. Die Trümmerteile könnten Menschenleben gefährden. China weist das zurück.