Wladimir Putin (Archivbild: 7. Juli 2022) | EPA

Russische Rüstungsindustrie Putin besetzt wichtige Regierungsämter um

Stand: 15.07.2022 16:31 Uhr

Knapp fünf Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Präsident Putin den für die Rüstungsindustrie zuständigen Funktionär ausgetauscht. Zugleich berief er für die Weltraumorganisation Roskosmos einen neuen Leiter.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat wichtige Ämter in der Staatsführung neu besetzt - möglicherweise als Reaktion auf den bisherigen Verlauf des Ukraine-Krieges. Industrieminister Denis Manturow wurde zum Vizeregierungschef ernannt und soll künftig die staatliche Rüstungskommission leiten.

Der 53-Jährige gilt als enger Vertrauter Putins. Er bekleidet bereits seit 2012 wichtige staatliche Positionen und begleitet den Präsidenten auch häufig auf Auslandsreisen.

Roskosmos bekommt einen neuen Chef

Der bisher für die Rüstungsindustrie zuständigen Vizeregierungschef Juri Borissow wird zum neuen Generaldirektor der russischen Raumfahrtorganisation Roskosmos.

Borissow hatte in seinem alten Amt Maßnahmen für Unternehmen beschlossen, die sie kriegstauglicher machen sollen. So können Betriebe zur Erfüllung von Staatsaufträgen verpflichtet und deren Angestellte zu Überstunden und Urlaubsverzicht gezwungen werden.

Borissow war vier Jahre im Amt und musste jüngst Versäumnisse einräumen. Die Rüstungsindustrie hätte schneller Drohnen entwickeln und produzieren müssen, hatte er im staatlichen Fernsehen gesagt.

Auch als Roskosmos-Chef ist Borissow für Rüstungsgüter zuständig. Der Staatskonzern kontrolliert nicht nur das Weltraumprogramm, sondern auch Raketenfabriken, die Weltraumbahnhöfe und diverse andere Anlagen. Viele westliche Unternehmen haben wegen der Sanktionen die Zusammenarbeit mit der Organisation beendet.

Was wird aus Rogosin?

Zu den zukünftigen Aufgaben des bisherigen Roskosmos-Chefs Dmitri Rogosin wurden keine offiziellen Angaben gemacht. Der ehemalige Chef einer nationalistischen Partei gilt als Falke. Wiederholt vertrat er harte Positionen in der Migrationspolitik. Zeitweise war er NATO-Botschafter seines Landes und fiel durch anti-westliche Rhetorik auf.