Wladimir Putin (Archivbild) | AP

Putin lobt seine Außenpolitik "Nationale Interessen entschlossen verteidigt"

Stand: 31.12.2021 17:27 Uhr

Sein Hauptziel für 2022 sei mehr Wohlstand für die Russen, so Präsident Putin in seiner Ansprache zum Jahreswechsel. Bei seinem Blick auf 2021 spielte neben Corona die Außenpolitik eine große Rolle. Hier gibt sich Putin selbstbewusst.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in seiner Ansprache zum Jahreswechsel ein positives Fazit seiner Außenpolitik gezogen, die vor allem außerhalb des eigenen Landes äußerst umstritten ist. "Wir haben unsere nationalen Interessen, die Sicherheit des Landes und der Bürger entschlossen und konsequent verteidigt", sagte der Staatschef in seiner traditionellen Neujahrsansprache.

Das Jahr 2021 war von wachsenden Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des Ukraine-Konflikts gekennzeichnet. Nur wenige Stunden vor Ausstrahlung der Ansprache hatte Putin wegen des Konflikts mit US-Präsident Joe Biden telefoniert. Biden drohte nach Angaben des Weißen Hauses mit harten Sanktionen und Gegenmaßnahmen, sollten russische Truppen in die Ukraine einmarschieren. Gleichzeitig rief er zur Deeskalation auf. Putin warnte seinerseits vor weiteren Sanktionen gegen Russland.

Putin will für mehr Wohlstand sorgen

Die russischen Behörden gingen in den vergangenen Monaten hart gegen kreml-kritische Organisationen und Aktivisten vor. So wurde unter anderem im Februar der bekannte Oppositionelle Alexej Nawalny inhaftiert.

Als "Hauptziel" für die kommenden Jahre gab Putin in seiner Ansprache eine Verbesserung "des Wohlstands und der Lebensqualität der Menschen" aus. Er rief seine Landsleute, die er mit "liebe Freunde" ansprach, dazu auf, sich gemeinsam den "bevorstehenden guten Veränderungen" zu stellen.

Gedenken an die Corona-Toten

Der Kreml-Chef gedachte in seiner Ansprache auch der vielen Corona-Toten im Land. "Ich möchte allen meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen, die Verwandte und nahe Menschen verloren haben", sagte er und würdigte zugleich all jene, die "Kranke retten und pflegen". Russland zählt zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Laut Zahlen der russischen Statistikbehörde vom Donnerstag starben allein im November mehr als 71.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Die Ansprache wurde im äußersten Osten Russlands zuerst ausgestrahlt, weil dort das Jahr 2022 früher begann als im europäischen Teil des Landes, das sich über elf Zeitzonen erstreckt. In der Hauptstadt Moskau soll die Rede erst kurz vor Mitternacht (22.00 Uhr MEZ) gezeigt werden.