Ein russischer Soldat  | EPA

Russisches Militär Putin ordnet Aufstockung der Armee an

Stand: 25.08.2022 16:05 Uhr

Russlands Präsident Putin will das Militär verstärken - um 137.000 weitere Soldaten. Ab 2023 sollen dann mehr als zwei Millionen Menschen der russischen Armee angehören. Woher die zusätzlichen Soldaten kommen sollen, ist unklar.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat per Dekret die Vergrößerung der russischen Armee angeordnet. Ab 2023 soll die Armeestärke demnach mehr als zwei Millionen Menschen umfassen.

Seit 2017 zählt die russische Armee 1,9 Millionen Angehörige mit 1,01 Millionen Soldaten. Die restlichen Militärangehörigen sind Zivilpersonal - etwa in der Verwaltung. Nun soll die Zahl der Soldaten um 137.000 auf 1,15 Millionen erhöht werden. Dazu zählen sowohl Vertragssoldaten als auch Wehrdienstleistende.

Rekrutieren in Gefängnissen

Ob die neuen Streitkräfte durch den Einzug von mehr Wehrpflichtigen oder durch freiwillige Soldaten gewonnen werden sollen, ging nicht aus dem Dekret hervor. Berichten zufolge versuchten die russischen Behörden in den vergangenen Monaten, die Truppenzahlen auch dadurch zu verbessern, dass sie in Gefängnissen rekrutierten.

In Russland müssen Männer zwischen 18 und 27 Jahren Wehrdienst leisten. Im Frühjahr und im Herbst werden neue Wehrdienstleistende eingezogen. In diesem Frühjahr ordnete Putin den Einzug von 134.500 Männern an.

Viele junge Männer lassen sich aber ausmustern oder schieben ihren Wehrdienst durch ein Studium auf - insbesondere in Moskau und anderen größeren Städten.

Kreml: Nur freiwillige Soldaten in der Ukraine

Der Kreml hatte bislang betont, im von Russland als "Spezial-Militäroperation" bezeichneten Angriffskrieg gegen die Ukraine kämpften keine Wehrdienstleistenden, sondern nur freiwillige Vertragssoldaten. Vor der Invasion in die Ukraine vor sechs Monaten hatte das russische Militär mehr als 400.000 Vertragssoldaten, davon 147.000 Bodenstreitkräfte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2022 um 15:00 Uhr.