Demonstranten hocken hinter einem Schutz in Mandalay, Myanmar. | EPA

Proteste in Myanmar Wieder Tote bei Demonstrationen

Stand: 13.03.2021 12:18 Uhr

Die Sicherheitskräfte in Myanmar sind erneut mit massiver Gewalt gegen Demonstrationen vorgegangen. Sie schossen mit scharfer Munition in die Menge. Wieder gab es Tote. Dennoch dauern die Proteste an.

Bei neuen Protesten in Myanmar hat es wieder mehrere Tote gegeben. Trotz der nächtlichen Ausgangssperre hatten sich in mehreren Städten Proteste formiert. Tausende Menschen erinnerten mit Mahnwachen an getötete Demonstranten - einige kamen dabei selbst zu Tode.

In Mandalay und Pyay wurden in der Nacht mehreren Berichten von Journalisten zufolge mindestens fünf Menschen getötet, dazu kommen demnach etliche Verletzte. Einige Beobachterinnen berichten auf Twitter von deutlich mehr Toten heute früh allein in Mandalay. Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition in die Menge geschossen. Auch ein Mönch, eine Schwangere und ein 13 Jahre altes Kind sollen Augenzeugen zufolge unter den Toten sein.

Schon am Freitagabend waren in Yangon nach Angaben von Anwohnern und Angehörigen drei Männer erschossen worden. Auf verifizierten Videoaufnahmen waren Menschen zu sehen, die sich hinter Autos versteckten und dann einen Mann mit einer blutenden Schussverletzung am Kopf bargen.

Gezielte, tödliche Gewalt

Seit der Machtübernahme des Militärs gehen die Menschen in dem südostasiatischen Land zu Zehntausenden auf die Straße. Die Sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Demonstranten vor und setzen dabei offenbar auch gezielt tödliche Gewalt ein. Seit dem Putsch am 1. Februar wurden nach UN-Angaben schon mehr als 70 Menschen getötet. Neben den Einsätzen gegen Demonstranten häuften sich zuletzt auch Berichte über nächtliche Patrouillen und Festnahmen.

Deutsche Botschaft schaltet sich ein

Bei den Protesten in Myanmar war am Donnerstag ein polnischer Journalist, der für die Deutsche Presseagentur arbeitet, festgenommen worden. Jetzt hat die Deutsche Botschaft in Myanmar umgehenden Zugang zu Robert Bociaga gefordert. Die Diplomaten riefen die Behörden zu einer "fairen und menschlichen Behandlung" des Reporters auf, wie es in einer auf Facebook veröffentlichten Mitteilung hieß.

Die Botschaft habe auch im Namen der polnischen Botschaft in Bangkok die myanmarische Seite offiziell gebeten, Informationen über den genauen Aufenthaltsort des inhaftierten polnischen Bürgers zu geben. Außerdem wurde verlangt, "ihm sofortigen konsularischen Zugang zu gewähren und schriftliche Informationen über den Grund seiner Inhaftierung und die Vorwürfe gegen ihn vorzulegen".

Deutschland vertritt in dem Land die konsularischen Interessen polnischer Staatsbürger. Polen hat keine eigene Botschaft in Myanmar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. März 2021 um 12:00 Uhr.