Rettungskräfte retten Menschen aus den Fluten mithilfe eines Kühlschranks als Behelfsboot.  | dpa

Tropensturm mit Überschwemmungen Mindestens 45 Tote auf den Philippinen

Stand: 29.10.2022 06:15 Uhr

Starkregen, Wassermassen und Erdrutsche: Die Behörden auf den Philippinen geben die Zahl der Toten nach den Überschwemmungen durch den Tropensturm "Nalgae" mit 45 an. Es werden noch Menschen vermisst.

Auf den Philippinen sind bei dem Tropensturm "Nalgae" mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Die Katastrophenschutzbehörde korrigierte die Zahl am Samstag nach unten. Zuvor war von 72 Toten die Rede gewesen. Nach Rücksprache mit den Rettungskräften vor Ort müsse dies aber berichtigt werden. Mindestens 14 Menschen gelten demnach noch als vermisst. Hinzu kämen Dutzende Verletzte.

Der Wirbelsturm hat in den südlichen Gebieten des Landes Erdrutsche und Überschwemmungen ausgelöst. Viele Einwohnerinnen und Einwohner wurden laut einem Behördensprecher vor dem Morgengrauen von den rasch steigenden Fluten überrascht.

Küstengebiete Manilas evakuiert - Flüge gestrichen

Der Tropensturm schlug mit einer Windgeschwindigkeit von 95 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 160 in der östlichen Insel Catanduanes ein. Im Laufe des Tages werden dem Wetteramt zufolge schwere und teilweise sintflutartige Regenfälle in der Hauptstadtregion und den umliegenden Provinzen erwartet.

Die Küstengebiete Manilas seien evakuiert worden, teilte das Büro des Bürgermeisters mit. 116 nationale wie internationale Flüge wurden gestrichen. 107 Schiffe liegen in den Häfen fest.

Provinz Maguindanao besonders betroffen

Rund um die 300.000-Einwohner-Stadt Cotabato City hatte es so stark geregnet, dass die Wassermassen entwurzelte Bäume, Gestein und Schlamm mit sich rissen. In der Zwischenzeit zog sich das Wasser aus einem Teil der betroffenen Gebiete zurück, rund 90 Prozent der Fläche von Cotabato City waren aber überflutet geblieben.

Die meisten Opfer gibt es in der Provinz Maguindanao. "Wir versammeln jetzt alle Rettungsteams", sagte Nasrullah Imam, Leiter der dortigen Katastrophenschutzbehörde. "Es regnet nicht mehr, das wird uns die Suche und den Einsatz erleichtern."

Karte: Philippinen mit der Insel Mindanao

Stürme im Süden der Philippinen eher selten

Die Philippinen werden jedes Jahr durchschnittlich von rund 20 Taifunen und Stürmen getroffen, bei denen regelmäßig Menschen sterben sowie Viehbestände zugrunde gehen und Anbauflächen, Häuser, Straßen und Brücken zerstört werden. Im nun betroffenen Süden der Philippinen sind derartige Stürme allerdings selten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Oktober 2022 um 08:00 Uhr.