Eine Luftaufnahme zeigt Bewohner, die an zerstörten Häusern im Dorf Pilar in der Stadt Abuyog, Leyte, vorbeigehen. | AFP

Tropensturm "Megi" Mehr als 120 Tote auf den Philippinen

Stand: 14.04.2022 13:12 Uhr

Wenige Tage nach Durchzug des Tropensturms "Megi" auf den Philippinen wird das Ausmaß des Unwetters sichtbarer. Die Zahl der geborgenen Toten verdoppelte sich zum Vortag. Viele Menschen werden noch vermisst. Die Schäden sind erheblich.

Auf den Philippinen ist die Zahl der Toten durch den Tropensturm "Megi" auf mehr als 120 gestiegen, die Nachrichten Agentur AFP berichtet gar von mindestens 133 Todesopfern. Nach Angaben der Behörden verdoppelte sich damit die Zahl der geborgenen Opfer zum Vortag. Etwa 240 Menschen wurden verletzt.

Laut Katastrophenschutz waren insgesamt mehr als 900.000 Menschen in 30 Provinzen betroffen. Etwa 160.000 Menschen suchten in Evakuierungszentren vor Erdrutschen und Überschwemmungen Schutz. Die meisten Opfer wurden in Baybay City in der Provinz Leyte verzeichnet, fast 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila.

Schlechtes Wetter erschwert Rettungsarbeiten

Im kleinen Küstenort Pilar in Leyte kamen mindestens 28 Menschen ums Leben, wie der Bürgermeister der Stadt Abuyog, Lemuel Traya, sagte. Weitere 150 werden noch vermisst, und es gebe wenig Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Ein Erdrutsch hatte infolge von Starkregen fast alle Häuser der 400 Einwohner zählenden Ortschaft erfasst und ins Meer geschwemmt.

Schlechtes Wetter und zäher Schlamm erschwerten die Bergungsarbeiten in Pilar. Die Rettungskräfte durchkämmten auch die Küstenlinie, nachdem einige Leichen von den Meeresströmungen kilometerweit weggetrieben worden waren.

Immer noch viele Vermisste

Auch in der Landwirtschaft und an der Infrastruktur gab es schwere Schäden. Erdmassen hatten Dutzende Häuser unter sich begraben, zudem kam es zu schweren Überflutungen. Einsatzkräfte kämpften sich auf der Suche nach Verschütteten durch dicke Schlammschichten. Wie viele Anwohner noch vermisst werden, ist unklar.

Touristen sollen bisher nicht unter den Opfern sein. Jedoch gab es auch in Urlaubsregionen wie der bei Tauchern beliebten Provinz Cebu und auf der für ihre weißen Strände bekannten Insel Boracay Überschwemmungen.

Weiter heftige Regenfälle

"Megi", auf den Philippinen "Agaton" genannt, war der erste Tropensturm des Jahres und am Sonntag mit Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde an der Ostküste auf Land getroffen. Der Sturm schwächte sich in der Zwischenzeit zwar ab, jedoch regnete es weiter heftig.

Der Inselstaat wird jedes Jahr von durchschnittlich etwa 20 Taifunen heimgesucht. Der bisher schlimmste Sturm "Haiyan" hatte im November 2013 mehr als 6300 Menschen das Leben gekostet.