Das abgestürzte Lockheed C-130 Flugzeug der philippinischen Luftwaffe, Provinz Sulu/Philippinen. | EPA

Schlimmstes Unglück seit 30 Jahren Militärflugzeug auf den Philippinen abgestürzt

Stand: 05.07.2021 01:57 Uhr

Nach dem Absturz einer Militärmaschine im Süden der Philippinen mit mindestens 47 Toten werden immer noch mehrere Menschen vermisst. Einige Soldaten konnten sich offenbar retten, bevor der Flieger auf dem Boden aufschlug.

Von Jennifer Lange, ARD-Studio Singapur,  zzt. Hamburg

Hinter grünen Palmen steigt eine schwarze Rauchsäule in den blauen Himmel. Handybilder zeigen die Absturzstelle auf der philippinischen Insel Jolo. Vor Ort bergen Männer in Kampfuniformen und Ersthelfer mit orangefarbenen Helmen Verletzte aus den Trümmern.

Jennifer Lange

Mindestens 47 Menschen seien ums Leben gekommen, teilte das Militär mit. Neben 44 Insassen der Maschine seien auch drei Zivilisten am Boden getötet worden. 49 Soldaten wurden mit Verletzungen gerettet. Es ist die schlimmste militärische Luftkatastrophe des Landes seit fast 30 Jahren.

Landebahn verfehlt

Die Maschine war den Angaben zufolge in der der Nähe von Manila auf einem Luftwaffenstützpunkt gestartet und dann über Cagayan de Oro auf der Insel Mindanao nach Jolo unterwegs.

Der Pilot der Transportmaschine des Typs C-130 Hercules verfehlte beim Landeanflug auf die Insel Jolo die Landebahn. Beim Versuch wieder durchzustarten, stürzte die Maschine wenige Kilometer vom Flughafen entfernt ab, sagte Armeechef Cirilito Sobejana.

An Bord waren 96 Personen, darunter drei Piloten und fünf Crewmitglieder. Die Piloten seien schwer verletzt worden, hieß es. Warum die Landung am Flughafen von Jolo misslang, war zunächst unklar. Ein Offizier der Luftwaffe sagte der Nachrichtenagentur AP, die Landebahn dort sei kürzer als die meisten anderen auf den Philippinen. Bei einem Fehler könne man nur schwer umsteuern.

Ein Beschuss sei unwahrscheinlich

Einige Soldaten seien aus dem Flugzeug gesprungen, bevor es auf dem Boden aufschlug. So seien sie von der Explosion verschont geblieben, die durch den Absturz verursacht wurde, sagten Einsatzkräfte vor Ort.

Die Transportmaschine C-130 war eine von zwei ehemaligen Flugzeugen der
US-Luftwaffe, die dieses Jahr als Teil eines militärischen Unterstützungsprogramms an die Philippinen übergeben worden waren.

Armeeangehörige an der Unglücksstelle, Philippinen. | via REUTERS

Armeeangehörige an der Unglücksstelle, Philippinen. Bild: via REUTERS

Es sei unwahrscheinlich, dass das Flugzeug bei der Landung unter Beschuss geraten sei, erklärte Regionalkommandeur Corleto Vinluan. Augenzeugen zufolge sei das Flugzeug bei der Landung einfach zu spät dran gewesen.

Im Kampf gegen islamistische Gruppierungen

Viele der Soldaten hätten gerade erst ihre militärische Grundausbildung abgeschlossen und sollten nun auf der Insel Jolo stationiert werden. Die Insel liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen. Die Armee bekämpft dort seit Jahren islamistische Gruppierungen wie Abu Sayyaf.

Diese war in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet worden. Die Gruppierung wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt. Im Jahr 2017 enthaupteten die Islamisten den 70-jährigen deutschen Segler Jürgen Kantner, nachdem ihre Forderungen nach einem Lösegeld von rund 600.000 Dollar nicht erfüllt worden waren.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Juli 2021 um 14:06 Uhr.

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KOMMENTARE

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Lutz Jüncke 04.07.2021 • 21:51 Uhr

@ 21:29 von Thomas D.

"Dem widerspreche ich. Die User, welche „sich darüber aufregen“ haben ganz offensichtlich erhebliche Probleme mit Sensationsjournalismus, wenn er nicht sensationell genug ist." Aber ganz im Gegenteil. Probleme hat die Verfasserin dieses Berichts, die ein trauriges, aber nichtsdestotrotz alles andere als seltenes Ereignis im Stile platten Sensationsjournalismus' als "Katastrophe historischen Ausmaßes" meint aufbauschen zu müssen. Die Kommentatoren haben hier zur Genüge Beispiele für tatsächliche Ereignisse historischen Ausmaßes beigetragen. Dieser Absturz ist für jeden direkt Betroffenen ebenso tragisch wie die in der Höhe vergleichbare Todesopferbilanz einer bundesdeutschen Verkehrswoche. Für alle anderen ist und bleibt es, wenn überhaupt, eine Fußnote globaler Berichterstattung. Frau Lange möge die übereifrige Überschrift ändern und gut.