Nancy Pelosi wurde am Flughafen von Eriwan von armenischen Abgeordneten begrüßt. | AP

Besuch kurz nach Grenzgefechten Pelosi in Armenien eingetroffen

Stand: 17.09.2022 23:00 Uhr

Wenige Tage nach schweren Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan ist die US-Spitzenpolitikerin Pelosi in Eriwan eingetroffen. Dort will sie unter anderem den armenischen Regierungschef Paschinjan treffen.

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist an der Spitze einer Delegation des Kongresses in Armenien eingetroffen. Nach Angaben der US-Botschaft ist unter anderem ein Treffen mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan geplant.

Kurz vor ihrer Abreise hatte Pelosi gesagt, dass sie mit der Reise auf die Lage der Menschenrechte und die Achtung der Würde aller Menschen hinweisen wolle.

Waffenruhe hält offenbar

Nach zwei Tagen schwerer Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien war am Mittwochabend eine Waffenruhe vereinbart worden. Bisher wurden keine Verstöße gegen die Feuerpause gemeldet.

Bei den Gefechten wurden nach offiziellen Angaben mehr als 100 Armenier getötet. 50 Quadratkilometer armenisches Gebiet seien in der Hand des Gegners, hatte Paschinjan im Parlament gesagt. Die aserbaidschanische Seite sprach von 54 gefallenen Soldaten ihrer Armee.

Sieg Aserbaidschans 2020

Armenien und Aserbaidschan streiten sich seit Jahrzehnten um Grenzverlauf und Territorien - unter anderem wegen des Gebiets Bergkarabach. Die dort lebenden Armenier machen ihr Recht auf nationale Selbstbestimmung geltend, während Aserbaidschan sich auf sein Recht auf territoriale Integrität beruft.

Während eines sechswöchigen Krieges im Jahr 2020 eroberte Aserbaidschan weite Teile der Region und umliegende Gebiete zurück, die seit Jahrzehnten von den dort lebenden Armeniern kontrolliert worden waren. Der Krieg endete mit einem von Russland vermittelten Waffenstillstand.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. September 2022 um 16:00 Uhr.