Park Geun Hye | AP

Vorzeitige Haftentlassung Südkoreas Ex-Präsidentin Park begnadigt

Stand: 24.12.2021 08:48 Uhr

Wegen Korruption war Südkoreas ehemalige Präsidentin Park zu einer langjähriger Haftstrafe verurteilt worden. Doch jetzt lässt die Regierung Gnade walten - Park wird vorzeitig aus der Haft entlassen.

Die wegen Korruption zu 20 Jahren Haft verurteilte Ex-Präsidentin Südkoreas, Park Geun Hye, ist begnadigt worden. Justizministerin Park Beom Kye erklärte, dass die frühere Staatschefin auf einer Liste von Personen stehe, die eine "besondere Amnestie" erhielten.

Park war während ihrer Amtszeit in einen großen Korruptionsskandal verwickelt. Sie wurde 2017 durch das Verfassungsgericht ihres Amts enthoben. Ihr Nachfolger ist der sozialliberale Moon Jae In.

Die Amnestie und der Straferlass für Park sollten der nationalen Eintracht und Harmonie dienen, sowie "den Beginn einer neuen Ära" ankündigen, teilte Moons Büro mit. Im Fall Parks sei auch ihre angeschlagene Gesundheit berücksichtigt worden, die sich während der Haftzeit verschlechtert habe. Park, die sich derzeit in einem Krankenhaus befindet, soll noch vor Jahresende offiziell auf freien Fuß gesetzt werden. Die Amnestie erfolgt nur etwa drei Monate vor der nächsten Präsidentenwahl in Südkorea. Moon kann nach seiner fünfjährigen Amtszeit nicht wiedergewählt werden.

Straßenproteste gegen Park

Die heute 69-Jährige und ihre enge Freundin Choi Soon Sil wurden 2017 beschuldigt, Schmiergelder von Großkonzernen wie Samsung angenommen zu haben. Außerdem soll Park, die 2013 zur ersten Staatschefin Südkoreas gewählt worden war, geheime Dokumente weitergegeben haben, kritische Künstler auf eine "schwarze Liste" gesetzt und Beamte, die sich ihr widersetzten, entlassen haben. Als die Vorwürfe bekannt wurden, gingen Tausende Menschen gegen die Staatschefin und ihre konservative Partei auf die Straße.

Neben der 20 Jahre Haft für Korruption und Machtmissbrauch war Park zudem zu zwei Jahren Haft wegen Verstößen gegen das Wahlgesetz verurteilt worden. Außerdem wurde sie zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Weil sie die Strafe von umgerechnet 16 Millionen Euro nicht bezahlt hatte, beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft im März das Anwesen der ehemaligen Präsidentin.

Auch Parks Amtsvorgänger Lee Myung Bak sitzt wegen Korruption eine langjährige Gefängnisstrafe ab. Im Gegensatz zu Park war er jedoch nicht auf der Amnestie-Liste. Aus der regierenden Demokratischen Partei war wiederholt die Möglichkeit einer Begnadigung für beide Ex-Staatsoberhäupter ins Spiel gebracht worden. Eine Begnadigung für beide ist in der Bevölkerung aber umstritten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.