Zwei Bergsteiger:innen an einer Felswand des K2 | via REUTERS

Zweithöchster Berg der Welt K2 erstmals im Winter bezwungen

Stand: 18.01.2021 12:09 Uhr

Der K2 in Pakistan war der letzte Berg unter den Achttausendern, der noch nie im Winter bezwungen wurde. Zehn Nepalesen haben den Gipfel nun erreicht - bei extremen Wetterbedingungen.

Bernd Musch-Borowska ARD-Studio Neu-Delhi

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi, zzt. Hamburg

Zum ersten Mal haben Bergsteiger den zweithöchsten Berg der Welt im Winter bezwungen. Eine Gruppe nepalesischer Sherpas habe am Wochenende den Gipfel des K2 erreicht, gab der Generalsekretär des pakistanischen Alpin-Clubs, Karras Haidri bekannt. Damit sei jetzt auch der letzte der 14 Achttausender während der besonders schwierigen Wintermonate bezwungen worden:

"Bei den 13 anderen Achttausendern ist das schon geschafft worden, nur nicht am K2 - bis jetzt. Die nepalesischen Sherpas haben den bisherigen Winterrekord am K2 gebrochen. Die höchste Marke, die bisher im Winter erreicht wurde, war 7.750 Meter, von Denis Urubko und Marcin Kaczkan aus Polen."

K2 Pakistan | dpa

Der schroff aufragende K2 im Karakorumgebirge in Kaschmir gilt unter Bergsteigern wegen seiner steilen Wände als schwierigster Achttausender. Bild: dpa

Das war im Winter 2002/2003. Jetzt ist erneut eine junge polnische Bergsteigerin auf dem Weg zum Gipfel des K2. Magdalena Gorzkowska habe jedoch - zusammen mit Bergsteigern aus mehreren Ländern - wegen schlechten Wetters wieder umkehren müssen, sagte Karras Haidri: "Die sind jetzt alle wieder im Basislager, denn das Wetter ist sehr schlecht. Morgen wollen sie erneut versuchen, zum Gipfel aufzusteigen, wenn die Wetterlage es zulässt."

Ein spanischer Bergsteiger stirbt

Überschattet wird die erste Winterbesteigung des zweithöchsten Berges der Welt durch einen Todesfall. Ein spanischer Bergsteiger sei abgestürzt, bestätigte Haidri - etwa zur gleichen Zeit, zu der die Nepalesen den Gipfel erreichten: "Unglücklicherweise ist einer unserer Freunde aus Spanien, Serge Mingote abgestürzt, als er von Camp 1 zum Basislager absteigen wollte. Er hatte das Ziel, alle 14 Achttausender zu erklimmen, aber leider ist ihm das nicht gelungen."

Der K2 gilt als noch schwieriger als der Mount Everest. Mindestens 86 Bergsteiger sind den Angaben zufolge dort schon ums Leben gekommen, die meisten beim besonders gefährlichen Abstieg.

Weitere Todesfälle

Im August 2008 waren elf Bergsteiger einer 30 Mann starken Seilschaft gestorben, andere erlitten schwere Verletzungen und Erfrierungen. Der US-Journalist Graham Bowley hat ein Buch über die Katastrophe geschrieben, mit dem Titel "Kein Weg zurück". Außerdem beschrieb er die besonderen Herausforderungen in einem Werbevideo.

Man braucht schon zwei Wochen um überhaupt zum K2 zu gelangen. Von Pakistan aus erreicht man das Base-Camp. Und dann weiter oben gibt es den sogenannten Flaschenhals, eine vertikale Wand, die man hochmuss und dann eine Eisklippe.

Der 8611 Meter hohe Gipfel des K2 liegt im Karakorum-Gebirge, im Grenzgebiet zwischen Pakistan und der von China kontrollierten Autonomen Region Tibet. Den Angaben zufolge haben es erst rund 300 Bergsteiger überhaupt geschafft, den besonders schwierigen Gipfel zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Januar 2021 um 12:12 Uhr.