Autos sind unter abgebrochenen Baumästen eingeklemmt. | via REUTERS

Unwetter in Pakistan Mehrere Touristen in Autos erfroren

Stand: 08.01.2022 20:36 Uhr

Auf dem Weg in ein beliebtes Skigebiet sind in Pakistan mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Sie waren wie Tausende andere mit ihren Fahrzeugen auf unpassierbaren Straßen steckengeblieben, als heftiger Schneefall sie überraschte.

Die Region um die pakistanische Kleinstadt Murree liegt nur rund 65 Kilometer nordöstlich von Islamabad auf etwa 2300 Metern Höhe. Es ist ein beliebtes Reiseziel für die Hauptstädter. Schneefälle am Donnerstag veranlassten offenbar Zehntausende Menschen, sich zum Wochenende dorthin, auf den Weg zu machen. Die Hotels waren schnell ausgebucht.

Auf dem Weg dorthin überraschte am Freitag dann heftiger Schneefall die Anreisenden. Die Straßen nach Muree wurden zur Todesfalle für mindestens 22 Menschen, so die Behörden. Mehr als 120 Zentimeter Schnee gingen nieder. Tausende Fahrzeuge blieben stecken, die Temperaturen sanken bis auf minus acht Grad Celsius. Mindestens sechs Menschen erfroren in ihren Autos. Die Polizei vermutet, dass die anderen Opfer an Abgasen erstickten.

Soldaten im Einsatz

Inzwischen seien zwar Tausende Fahrzeuge aus dem Schnee befreit worden, sagte Innenminister Sheikh Rashid Ahmed, doch es steckten immer noch viele fest.

Die Behörden erklärten den Notstand für Murree und erlaubten keine weiteren Anreisen. Alle Zufahrtsstraßen wurden gesperrt. Nur noch Rettungskräfte und Fahrzeuge, die Nahrung für die Eingeschlossenen bringen, würden durchgelassen, so Ahmed. Speziell für die Berge ausgebildete Soldaten seien angefordert worden. Die örtlichen Behörden erklärten, in dem Schnee seien selbst die Räumfahrzeuge nicht mehr durchgekommen.

Pakistans Regierungschef Imran Khan zeigte sich schockiert und bestürzt. "Der beispiellose Schneefall und der Ansturm von Menschen, die sich ohne Prüfung der Wetterbedingungen auf den Weg machen, hat die Bezirksverwaltung unvorbereitet getroffen", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Heftiger Schnee bis Sonntagabend

Bewohner der Region helfen den betroffenen Touristen mit Nahrungsmitteln und Decken. Doch auch sie haben mittlerweile mit den ungewöhnlich starken Schneefällen zu kämpfen: "Die Gasflaschen sind ausgegangen, und in den meisten Gebieten gibt es kein Trinkwasser - es ist entweder gefroren oder die Wasserleitungen sind durch die große Kälte beschädigt worden", sagte ein Tourist der Nachrichtenagentur AFP. Die Mobilfunkverbindung funktioniere nur lückenhaft und in den Hotels gebe es nicht genügend Lebensmittel.

Pakistans Innenminister erklärte, viele Touristen seien in der Stadt untergebracht worden. In Schulen und Turnhallen seien Notlager für jene errichtet worden, die es bis in die Stadt geschafft hätten.  Noch bis Sonntagabend muss nach Angaben der Meteorologen mit heftigem Schneefall gerechnet werden.

Die 30.000-Einwohner-Stadt Murree gilt als malerischer Urlaubsort und lockt jährlich mehr als eine Million Touristen an. Es ist nicht unüblich, dass Zufahrtsstraßen im Winter von Schnee blockiert sind.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Januar 2022 um 11:43 Uhr.