Das Corona-Quarantäne-Hotel in Hongkong | AFP

Virusvariante in Hongkong Zwei auffällige Reisende

Stand: 27.11.2021 13:15 Uhr

Zwei vollständig Geimpfte sind die ersten bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong. Das Brisante: Einer steckte offenbar den anderen trotz strenger Isolation an. Und: Beide weisen eine sehr hohe Viruslast auf.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die Behörden in Hongkong melden zwei Corona-Infektionen mit der neuen Omikron-Variante. Das mutierte Virus ist offensichtlich von einem Mann aus Südafrika in die chinesische Sonderverwaltungsregion eingeschleppt worden. Er befand sich in Hotel-Quarantäne und wurde wenige Tage nach seiner Ankunft in Hongkong positiv auf Corona getestet. Bei seiner Einreise am 11. November waren die PCR-Tests noch negativ.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Was die Behörden besonders beunruhigt: Offensichtlich steckte der Mann einen weiteren Menschen an, der sich im Zimmer gegenüber in Quarantäne befand. Der 62-Jährige war nach Angaben der Zeitung "South China Morning Post" aus Kanada eingereist und wurde fünf Tage nach dem Mann aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet - ebenfalls in der neuen Omikron-Variante. Beide Patienten waren den Angaben zufolge vollständig geimpft und weisen offenbar eine sehr hohe Viruslast auf.

Maske mit Ventil als Ansteckungsgrund?

Ben Cowling von der Universität Hongkong geht davon aus, dass das Virus in der chinesischen Sonderverwaltungsregion so schnell entdeckt wurde, weil dort sehr viel getestet wird. Vermutlich sei die Mutation aber schon in vielen Teilen der Welt angekommen, die Menschen wüssten nur noch nichts davon, sagte der Epidemiologie der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Mann, der aus Südafrika kam, soll eine Maske mit einem Ventil getragen haben, wenn er beispielsweise die Tür öffnete, um sein Essen ins Zimmer zu holen. Diese Masken werden nun in Quarantäne-Hotels in Hongkong verboten, weil sie die ausgeatmete Luft ungefiltert ausstoßen. Als Vorsichtsmaßnahme haben die Gesundheitsbehörden alle anderen Gäste des Hotels in eine staatliche Quarantäne-Einrichtung gebracht. Weitere Fälle mit der Omikron-Variante sind in Hongkong bisher nicht bekannt.

Strenge Quarantäne-Vorschriften

Die chinesische Sonderverwaltungsregion betreibt eine strikte Null-Covid-Politik. Die Quarantäne ist besonders streng. Man darf sein Hotelzimmer nach Einreise mehrere Wochen nicht verlassen. Lokal übertragene Infektionen gibt es nur sehr wenige. Wenn es Corona-Fälle gibt, kommen diese meistens aus dem Ausland.

Finanzmärkte weltweit haben auf die Nachrichten über die neue Omikron-Variante reagiert. Auch in Hongkong schloss der HangSeng-Index gestern im Minus. Der Hongkonger Analyst Francis Lun sagte der Nachrichtenagentur AP, die neue Virusvariante werde die weltweite wirtschaftliche Erholung um Monate zurückwerfen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 27. November 2021 um 13:06 Uhr.