Ein Standbild aus deinem Video, das überflutete Straßen in der nordkoreanischen Provinz Hamgyong zeigt.

Nach starken Regenfällen Überschwemmungen im Osten Nordkoreas

Stand: 07.08.2021 17:12 Uhr

Nach heftigen Regenfällen haben in Nordkorea Tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Viele Äcker in dem von Armut geplagten Land stehen unter Wasser. Vor allem der Osten ist betroffen - und es soll weiter regnen.

Wegen schwerer Überschwemmungen sind in Nordkorea etwa 5000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Wie der staatliche Sender KCTV berichtete, wurden nach starken Regenfällen mehr als 1000 Häuser zerstört. Auch weite Teile der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Provinz Süd-Hamgyong im Osten des Landes seien überflutet. 

Aufnahmen des Senders zeigten Häuser, in denen das Wasser bis zu den Dächern stand. Brücken wurden den Berichten zufolge beschädigt und Hunderte Hektar Ackerland überflutet. Die Flussdeiche seien zusammengebrochen. Weil die Böden bereits gesättigt seien, könnten weitere Regenfälle noch mehr Schäden verursachen, sagte Ri Yong Nam, der stellvertretende Leiter der Wetterbehörde Nordkoreas. "Wir erwarten bis zum 10. August schwere Regenfälle in verschiedenen Regionen, vor allem an der Ostküste", sagte Ri.

Naturkatastrophen haben große Auswirkungen

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un betonte, dass "alle Sektoren und Einheiten" Maßnahmen ergreifen müssten, um "Naturkatastrophen im Voraus zu verhindern", berichtete die Zeitung Rodong Sinmun. Naturkatastrophen haben in dem isolierten Land aufgrund seiner maroden Infrastruktur große Auswirkungen. Zudem hat die Abholzung der Wälder das Land anfällig für Überschwemmungen gemacht. Eine Reihe von Taifunen im vergangenen Sommer löste ebenfalls Überschwemmungen aus, die landwirtschaftliche Flächen beschädigten und tausende Häuser zerstörten.

Erst im Juni hatte Nordkoreas Führung zugegeben, dass das Land mit einer Nahrungsmittelkrise zu kämpfen hat. Staatschef Kim sagte damals, dass die Lebensmittelversorgung des Landes aufgrund der anhaltenden Taifunschäden "immer angespannter" werde.

Lebensmittel sind knapp

Nach Schätzung der südkoreanischen Regierung und internationaler Organisationen fehlen Nordkorea in diesem Jahr zwischen 700.000 und 1,3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel für eine halbwegs ausreichende Versorgung der Bevölkerung. Das Land war nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft bereits seit vielen Jahren auf Nahrungshilfe von außen angewiesen.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatte sich Nordkorea aber komplett isoliert, um sich vor dem Virus zu schützen. Sogar der Handel mit Peking - der wirtschaftlichen Lebensader des Landes - wurde auf ein Minimum beschränkt. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2021 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.