Auf einem Fernsehbildschirm im Bahnhof wird eine Nachrichtensendung mit Filmmaterial über den nordkoreanischen Raketenstart gezeigt.  | dpa

Konflikt mit Pjöngjang Nordkorea feuert wieder ballistische Raketen ab

Stand: 03.11.2022 04:41 Uhr

Nordkorea hat erneut mehrere ballistische Raketen abgefeuert. Bei einer von ihnen soll es sich laut Angaben Südkoreas um eine Interkontinentalrakete gehandelt haben.

Nordkorea hat erneut mehrere ballistische Raketen gezündet. Bei einer der Raketen habe es sich möglicherweise um eine Interkontinentalrakete (ICBM) gehandelt, erklärten Südkorea und Japan. Nordkorea habe außerdem mindestens zwei Kurzstreckenraketen gestartet.

Der japanische Verteidigungsminister Yasukazu Hamada erklärte später, die Regierung habe die Rakete über dem Japanischen Meer aus den Augen verloren, woraufhin sie ihre frühere Ankündigung, sie sei über Japan geflogen, korrigierte. Das Geschoss sei im Pazifischen Ozean rund 1100 Kilometer östlich von Japan niedergegangen, zitiert der japanische Sender FNN Regierungskreise.

ICBM-Raketen besitzen im Waffenarsenal Nordkoreas die größte Reichweite und können mit einem nuklearen Sprengkopf ausgestattet werden.

Japan, Südkorea und USA kritisieren Raketentests scharf

Der stellvertretende südkoreanische Außenminister Cho Hyun-dong und seine US-Amtskollegin Wendy Sherman verurteilten in einem Telefongespräch die erneuten Starts als "bedauerlich und unmoralisch", wie das Außenministerium in Seoul mitteilte.

Japans Premierminister Fumio Kishida erklärte, Nordkoreas wiederholte Raketenstarts "können absolut nicht verziehen werden."

Nordkorea erhöht Frequenz von Raketentests

Japan und Südkorea hätten in der Vergangenheit nordkoreanische Raketentests immer wieder falsch eingeschätzt, sagte Ankit Panda von Carnegie Endowment for International Peace (CEIP), einer der unparteiischen Denkfarbkik für internationale Angelegenheiten. "Keines der beiden Länder verfügt über die äußerst zuverlässigen und wünschenswerten weltraumgestützten Infrarotsensoren, die den Vereinigten Staaten zur Verfügung stehen und eine sofortige Erkennung von Raketenstufen beim Zünden ermöglichen", sagte Panda.

Anfang Oktober hatte Nordkorea erstmals seit knapp fünf Jahren eine Rakete gezündet, die über die japanische Inselgruppe flog. Die Regierung in Pjöngjang hatte am Mittwoch mindestens 23 Raketen in Richtung Meer abgefeuert. Eine Rakete überquerte die faktische Seegrenze und ging unweit südkoreanischer Hoheitsgewässer vor der Küste nieder. Auslöser der nordkoreanischen Raketenstarts in dieser Woche waren gemeinsamen Militärübungen von Südkorea und den USA.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2022 um 18:00 Uhr.