Kim Jong Un | EPA

Corona in Nordkorea Weitere Todesfälle wegen "Fiebers"

Stand: 15.05.2022 06:35 Uhr

In Nordkorea scheint sich das Coronavirus rapide auszubreiten. Inzwischen wurden mehr als 40 Todesfälle gemeldet. Das Wort Corona wird vermieden, es ist lediglich von einer Epidemie die Rede.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

In Nordkorea spitzt sich die Corona -Situation offensichtlich weiter zu. Die staatlichen Medien melden neue Todesfälle, inzwischen sollen insgesamt mehr als 40 Menschen gestorben sein. Das staatliche nordkoreanische Fernsehen veröffentliche Bilder von Machthaber Kim Jong Un von einer seiner Notfallsitzungen mit dem Politbüro.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Seitdem das Regime am Donnerstag seinen ersten offiziellen Corona-Fall bestätigt hatte, befindet sich das ganze Land nach eigenen Angaben in einem Lockdown. Kim sprach danach von großer Unruhe und appellierte an seine Gefolgsleute, alles zu tun, um die Schlacht zu gewinnen.

300.000 Menschen mit Fieber

Aktuell sollen nach staatlichen Medienberichten knapp 300.000 Menschen Fieber haben. Das Wort Corona wird vermieden, es ist lediglich von einer Epidemie die Rede. Südkoreanische Medien führen das auf einen Mangel an Testkits in Nordkorea zurück, wo zudem niemand geimpft ist, weil das Regime jegliche Hilfen bisher abgelehnt hatte. Wie die Menschen, vor allem außerhalb der Hauptstadt Pjöngjang, medizinisch versorgt werden und ob es überhaupt Hilfen gibt, ist nicht bekannt.

In den veröffentlichten Fernsehbildern hörte Kim einem Beamten, der offensichtlich die neusten Entwicklungen vorträgt, meist rauchend zu. Mal trug er Maske, mal keine, zwischendurch telefoniert er mit einem Festnetztelefon.

Die südkoreanischen Medien veröffentlichten ein Foto von Desinfektionsmaßnahmen in Nordkorea. Zuvor hatte Kim die Behörden aufgefordert, sich an anderen Ländern, die das Virus erfolgreich gestoppt hätten, ein Beispiel zu nehmen - und nannte China.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 13. Mai 2022 um 10:09 Uhr.