Kim Jong Un | dpa

Corona-Pandemie Nordkorea meldet ersten Covid-19-Todesfall

Stand: 13.05.2022 08:18 Uhr

Gut zwei Jahre nach dem weltweiten Ausbruch der Corona-Pandemie berichtet nun auch Nordkorea von einer großen Verbreitung. Bei einem Toten wurde eine Omikron-Subvariante nachgewiesen. Erst gestern hatte das Land erstmals Corona-Fälle vermeldet.

Nordkorea hat einen ersten Todesfall im Land nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache explosionsartig im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien. Bei einem der Opfer sei die Omikron-Subvariante BA.2 nachgewiesen worden.

Erst gestern hatte das abgeschottete und autoritär regierte Land zum ersten Mal offiziell seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Die unbestimmte Zahl von Fällen trat demnach in Pjöngjang auf. Mehr als 350.000 Menschen entwickelten den Berichten zufolge innerhalb kurzer Zeit "das Fieber unbekannten Ursprungs". Bei mehr als 162.000 von ihnen sei es wieder vollständig abgeklungen. Es würden aber noch fast 188.000 in Quarantäne befindliche Patienten behandelt.

Landesweiter Lockdown

Unklar blieb zunächst, wie viele sich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Zahlen deuteten nach Meinung von Beobachtern das potenzielle Ausmaß des Corona-Ausbruchs in dem Land an. Experten hatten schon länger gewarnt, Nordkorea könne wegen seines unzureichenden Gesundheitssystems nur schwer mit einem größeren Ausbruch fertig werden.

Nordkorea selbst sprach vom "ernsthaftesten Notfall des Staats". Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte gestern einen landesweiten Lockdown angeordnet. Alle Städte und Landkreise sollten streng abgeriegelt werden. Wie die Menschen bei einer Ausgangssperre versorgt werden, galt als unklar. Große Teile der Bevölkerung in dem Land mit seinen knapp 26 Millionen Einwohnern sind nach Angaben der Vereinten Nationen unterernährt.

Kim kritisiert Präventionssystem

Kim habe bei einem Besuch des staatlichen Epidemie-Präventionszentrums bemängelt, es gebe einen "verwundbaren Punkt" im bestehenden Notfall-Präventionssystem, berichteten Staatsmedien. Jede Arbeits- und Produktionsstätte sowie sämtliche Wohneinheiten müssten voneinander isoliert werden, wurde Kim zitiert. Er habe sich zuversichtlich geäußert, dass die zuständigen Stellen die "Quellen der Verbreitung der bösartigen Epidemie" auslöschen könnten.

Die kommunistische Führung hatte die Landesgrenzen wegen der Pandemie schon früh dichtgemacht, was sich auch stark auf den Handel mit China auswirkte. Im Januar dieses Jahres hatte China zunächst die Wiederaufnahme des Frachtverkehrs mit seinem Nachbarland bestätigt. Ende April wurde der grenzüberschreitende Eisengüterverkehr nach neuen Infektionsfällen in der chinesischen Grenzstadt Dandong jedoch wieder ausgesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Mai 2022 um 09:00 Uhr.