Kim Yo Jong | dpa

Wirtschaftshilfe für Abrüstung Nordkorea lehnt Südkoreas Angebot ab

Stand: 19.08.2022 08:41 Uhr

"Gipfel der Absurdität": Mit harschen Worten hat Nordkorea ein Hilfsangebot aus Seoul im Gegenzug für nukleare Abrüstungsschritte zurückgewiesen. Südkoreas Präsident Yoon sei "wirklich einfach gestrickt und kindisch".

Nordkorea hat ein südkoreanisches Angebot über umfangreiche Wirtschaftshilfen im Gegenzug für atomare Abrüstung zurückgewiesen. Die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong, bezeichnete den Vorschlag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA als "Gipfel der Absurdität".

"Einfach gestrickt und kindisch"

Dass der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol glaube, Nordkorea werde seine "Ehre" und seine "Atomwaffen" gegen wirtschaftliche Zusammenarbeit eintauschen, zeige, dass der südkoreanische Präsident "wirklich einfach gestrickt und kindisch" sei, sagte Kim Yo Jong. "Niemand tauscht seine Bestimmung gegen einen Maiskuchen ein." Sie warf Südkorea zudem vor, frühere Vorschläge neu aufgelegt zu haben.

Yoon bedauert Äußerungen

Die südkoreanische Präsidentschaft bedauerte Kim Yo Jongs "unhöfliche" Äußerungen, betonte aber, das Angebot liege nach wie vor auf dem Tisch. "Nordkoreas Haltung ist in keinster Weise hilfreich für Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel und seine (Nordkoreas) eigene Zukunft und verstärkt nur die Isolation von der internationalen Gemeinschaft."

Südkoreas Staatschef Yoon Suk Yeol hatte Nordkorea am Montag unter anderem Hilfe bei der Lebensmittel- und Stromversorgung, beim Aufbau von Infrastruktur und der Modernisierung von Einrichtungen für den Handel in Aussicht gestellt, falls sich das Land auf einen Abrüstungsprozess einlasse.

Auch an der Stärkung der nordkoreanischen Landwirtschaft würde sich Südkorea beteiligen. Dadurch würden sich die Lebensverhältnisse dort erheblich verbessern, versprach Yoon.

Yoon hatte dem Norden bereits bei seiner Antrittsrede im Mai umfangreiche Wirtschaftshilfe im Gegenzug für atomare Abrüstung in Aussicht gestellt.

Experten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass Pjöngjang ein solches Angebot annimmt, allerdings verschwindend gering. Nordkorea investiert jährlich einen großen Teil seiner Wirtschaftsleistung in sein Rüstungsprogramm und hat mehrfach deutlich gemacht, dass es nicht die Absicht hat, auf Angebote zur Denuklearisierung einzugehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2022 um 10:50 Uhr.