Alexej Nawalny, Still aus einem Video seines instagram-Accounts vom 13.01.21 | Bildquelle: AP

Kreml-Gegner Nawalny "Kehre am Sonntag nach Moskau zurück"

Stand: 13.01.2021 09:55 Uhr

Seit August hält sich der Kreml-Kritiker Nawalny zur medizinischen Behandlung und Genesung in Deutschland auf. Er hatte einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok nur knapp überlebt. Nun will er zurück in seine Heimat.

Der in Deutschland nach einem Giftanschlag behandelte russische Oppositionelle Alexej Nawalny hat für den kommenden Sonntag seine Rückkehr nach Russland angekündigt. Er lande am 17. Januar mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er bei Twitter mit. Er hält sich nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok seit August zur Heilung in Deutschland auf und wurde unter anderem in der Berliner Charité behandelt.

Eine Rückkehr habe für ihn nie infrage gestanden, weil er Russland nie selbst verlassen habe, schrieb der 44-Jährige. "Ich bin in einer Wiederbelebungskiste in Deutschland angekommen", meinte er mit Blick auf sein mehrwöchiges Koma nach dem Anschlag in Russland.

Nawalny hatte sich in Deutschland zuletzt noch für eine Reha-Maßnahme aufgehalten. Er macht für den Giftanschlag mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe im vergangenen August ein unter dem Befehl von Kremlchef Wladimir Putin agierendes "Killerkommando" des Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich. Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall und verlangt etwa von Deutschland Beweise für eine Vergiftung. Erst dann wolle man Ermittlungen einleiten.

Nawalny drohen Gefängnis und weitere Ermittlungen

Zuletzt hatten die russischen Behörden den Druck auf Nawalny erhöht. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Strafvollzugsbehörde den Oppositionellen wegen angeblich nicht erfüllter Bewährungsauflagen ins Gefängnis bringen möchte. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Moskauer Gericht gestellt.

Die Behörde hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden persönlich zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014. Nawalny schrieb dazu, die Bewährungsstrafe habe bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geendet.

Zudem gibt es Ermittlungen gegen den Regierungskritiker wegen angeblichen Betrugs. Das russische Ermittlungskomitee warf ihm vor, mit anderen Personen Spenden von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für "persönliche Zwecke" verwendet zu haben - etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny wies das zurück. Der Putin-Gegner hatte stets erklärt, er wolle seine Arbeit in Russland fortsetzen.

Alexej Nawalny kündigt Rückkehr nach Russland an
Markus Sambale, ARD Berlin
13.01.2021 10:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2021 um 12:00 Uhr.

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