Nach einen Erdrutsche in einer Jade-Mine in Myanmar suchen Rettungskräfte mit Booten in einem See nach Vermissten. | AFP

Myanmar Tote nach Erdrutsch in Jade-Mine

Stand: 22.12.2021 10:17 Uhr

Rettungskräfte suchen nach bis zu 100 Vermissten nach einem Erdrutsch in einer Jade-Mine in Myanmar. 20 Menschen sollen tot sein, berichten örtliche Medien. Eigentlich ist das Schürfen in der Regenzeit verboten.

Nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Norden Myanmars werden nach Angaben von Einsatzkräften und Augenzeugen vermutlich etwa 70 bis 100 Menschen vermisst. Das Medienportal "Kachin News Group" spricht von 20 toten Minenarbeitern. Rund 200 Rettungskräfte sind im Einsatz. Einige benutzen Boote, um in einem nahe gelegenen See nach weiteren Leichen zu suchen.

Die Minenarbeiter hatten Steine in der jadereichen Gegend von Hpakant im Bundesstaat Kachin gesammelt, als sie von einer Schlammlawine begraben wurden. Bergbauabfälle seien zuvor in einen See gestürzt und hätten den Erdrutsch ausgelöst, sagte Dashi Naw Lawn von der Kachin Network Development Foundation, die bei den Rettungsarbeiten hilft. Die Bergleute seien daraufhin in den See mitgerissen worden.

Schürfen nach Jade in Regenzeit verboten

Die in Myanmar regierende Militärjunta hatte das Schürfen nach Jade während der Regenzeit eigentlich bis März verboten. Dennoch seien Hunderte Minenarbeiter in die gefährlichen Tagebaue von Hpakant zurückgekehrt, berichtet ein örtlicher Aktivist. "Sie bauen nachts ab und kippen morgens die Erde und das Gestein aus." Diese Anhäufungen hätten maßgeblich zur Entstehung des Erdrutsches beigetragen.

Immer wieder tödliche Unfälle

Das verarmte Krisenland Myanmar ist einer der weltgrößten Lieferanten der grünen Schmucksteine, die besonders in China beliebt sind. Die meisten Jade-Steine kommen aus der Bergbauregion des Unglücksorts Hpakant nahe der Grenze zu China. In den Minen schuften schlecht bezahlte Arbeiter, darunter viele Migranten, unter teils lebensgefährlichen Bedingungen. Sie hausen an den Berghängen und suchen oft auch auf gut Glück nach Jade. Der Handel wird insbesondere von Myanmars Militär und dessen Geschäftspartnern kontrolliert.

Tödliche Unfälle kommen immer wieder vor. 2015 starben bei einem ähnlichen Unglück 116 Menschen, im vergangenen Jahr kamen infolge einer Schlammlawine mehr als 170 Bergarbeiter ums Leben. Vergangenes Jahr hatte ein gewaltiger Erdrutsch fast 300 Bergleute in Hpakant - dem Zentrum von Myanmars Jadehandel - verschüttet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2021 um 11:00 Uhr.