Brände auf einer Militärbasis in Myanmar am Ufer des Flusses Salween | AFP

Konflikt in Myanmar KNU-Rebellen nehmen Militärstützpunkt ein

Stand: 27.04.2021 12:38 Uhr

In Myanmar kämpft die Minderheit der Karen für mehr Autonomie. Nun ist es in der thailändischen Grenzregion zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Rebellengruppe nahm einen Militärstützpunkt ein.

In Myanmar ist es am frühen Dienstag an einem Außenposten der Armee nahe der östlichen Grenze zu Thailand zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Ein Sprecher der Nationalen Union der Karen (KNU) berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, Rebellen der ethnischen Minderheit der Karen-Volksgruppe hätten den Stützpunkt zwischen 5 bis 6 Uhr morgens (Ortszeit) eingenommen. Das Lager sei dabei niedergebrannt worden.

Laut der Zeitung "The Irrawaddy" berichteten Dorfbewohner, wie sieben Soldaten in Richtung Dschungel geflohen seien. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten sei allerdings noch unklar, sagte der KNU-Chef.

Kämpfe auch an anderen Orten

Nach weiteren Angaben des KNU-Sprechers gab es auch an anderen Orten der Grenzregion Auseinandersetzungen, weitere Details nannte er jedoch nicht. "Es gab heftige Kämpfe beim Außenposten der myanmarischen Armee gegenüber der Stadt Mae Sam Laep", bestätigte ein Beamter aus der Provinz Mae Hong Son die Kämpfe. Über Todesopfer auf thailändischer Seite gebe es bislang noch keine Informationen. Augenzeugen berichteten jedoch von Kämpfen auf der anderen Seite des Grenzflusses Salween, Videos in den sozialen Netzwerken zeigen aufsteigende Flammen und Rauch. Der Fluss an der östlichen Grenze des Landes trennt das frühere Birma vom Nachbarland Thailand.

Viele Menschen flüchten in Nachbarländer

Wie die KNU berichtete, sind bislang mindestens 24.000 Menschen durch die Gewalt der letzten Wochen - einschließlich der Luftangriffe der myanmarischen Armee - in die angrenzenden Nachbarländer vertrieben worden. "Derzeit gibt es zwar keine Luftangriffe, aber Kampfjets fliegen jeden Tag über die Dörfer, so dass sich die Menschen nicht trauen, zurückzukehren", so Padoh Saw Taw Nee.

Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi abgesetzt. Einige der zwei Dutzend bewaffneten Gruppen Myanmars - darunter die KNU - unterstützen Gegner der Junta. Bei dem Versuch, die Proteste gegen den Putsch niederzuschlagen, wurden bislang mehr als 750 Zivilisten getötet.