Israelische Soldaten bewegen sich in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze über eine Gebirgsstraße | dpa

Spannungen im Nahen Osten Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert

Stand: 20.07.2021 11:29 Uhr

Aus dem Libanon sind zwei Raketen auf Israel abgeschossen worden. Zwar macht das israelische Militär eine palästinensische Gruppe verantwortlich, Verteidigungsminister Gantz kritisiert trotzdem die libanesische Regierung.

Aus dem Libanon sind zwei Raketen auf den Norden Israels abgeschossen worden. Die Region ist auf Beschuss aus dem Libanon vorbereitet, dennoch kamen die Angriffe für viele überraschend.

Eine Rakete wurde laut israelischen Angaben vom Abwehrsystem "Iron Dome" (Eisenkuppel) abgefangen, die zweite landete demnach auf einer freien Fläche. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben. Die israelische Armee beschoss als Reaktion die Gegend im Libanon, aus der die Raketen abgefeuert wurden.

Armee vermutet Palästinenser hinter Beschuss

Vertreter der israelischen Armee sehen nicht die Hisbollah-Miliz hinter den Angriffen, sondern wohl eine kleinere palästinensische Gruppe. Bereits im Mai hatten Palästinenser Raketen vom Libanon aus auf Israel abgefeuert, zeitgleich mit der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen.

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz machte trotzdem die Regierung in Beirut für den Angriff verantwortlich. Der Libanon erlaube es Terroristen, in seinem Territorium aktiv zu sein, kritisierte er auf Twitter. Israel werde nicht erlauben, dass die soziale, politische und wirtschaftliche Krise im Libanon zu einer Sicherheitsbedrohung für das eigene Land werde. "Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Stabilität im Libanon wieder herzustellen", forderte Gantz.

Länder befinden sich im Kriegszustand

Israel und der Libanon befinden sich offiziell seit Jahrzehnten im Kriegszustand. Der Libanon erlebt zudem seit fast zwei Jahren eine der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte.

Israel hatte dem Nachbarstaat trotz offiziellem Kriegszustand wiederholt humanitäre Hilfe angeboten: So etwa im vergangenen August nach der schweren Explosion im Hafen von Beirut. Zuletzt wiederholte Gantz sein Angebot vor rund zwei Wochen angesichts der schweren Krise im Libanon. Bisher hat die Regierung in Beirut jedoch keines dieser Angebote angenommen.

Mit Informationen von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2021 um 13:24 Uhr.