Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" liegt im Hafen von Dubai. | dpa

Corona-Fälle an Bord "Mein Schiff 6" bricht Kreuzfahrt ab

Stand: 03.01.2022 16:17 Uhr

Nach dem Reisestopp der "AIDAnova" hat auch "Mein Schiff 6" die Kreuzfahrt abgebrochen. An Bord gäbe es "vereinzelte Fälle" von Covid-19. Der Branchenverband Clia sieht Kreuzfahrten dennoch als sichere Reisen.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Es ist ein Urlaubsende der besonderen Art: Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" bricht seine aktuelle Reise in Dubai ab. Der Grund: Corona. Wie die Reederei TUI Cruises mitteilte, habe es "vereinzelte Fälle von Covid-19 an Bord" gegeben. Diese seien erst im Laufe der Reise festgestellt worden. Bei dem Abbruch handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Gäste und der 800 Mann starken Besatzung, hieß es von dem Unternehmen mit Sitz in Hamburg.

Anna Osius ARD-Studio Kairo

Erweitertes 2G-Modell an Bord

Für den Großteil der rund 2000 Passagiere an Bord von "Mein Schiff 6" endete die Fahrt ohnehin planmäßig in Dubai. Die unfreiwillige Pause trifft aber laut Reederei diejenigen, die eine Anschlusskreuzfahrt gebucht hatten und die Gäste, die in Dubai an Bord gehen wollten. Bei Bedarf würden Rückflüge organsiert, hieß es. Informationen aus sozialen Netzwerken zufolge wollte die "Mein Schiff 6" zunächst Katar anlaufen, der Stopp wurde allerdings offenbar aufgrund der Coronaausbrüche verweigert.

Jetzt liegt das Schiff in Dubai vor Anker, der Kreuzfahrtbetrieb auf dem Schiff werde für einige Tage unterbrochen. Wie eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, betrifft die Absage zunächst nur die aktuelle Kreuzfahrt, die bis zum 10. Januar gehen sollte. Nach Angaben der Reederei gilt auf der "Mein Schiff 6" ein erweitertes 2G-Modell: Alle Gäste ab zwölf Jahren und auch die Besatzung sind vollständig geimpft. Darüber hinaus würden die Gäste regelmäßig getestet.

Branche: Kreuzfahrten sind sicher

Trotz der aktuellen Corona Fälle auf der "Mein Schiff 6" und der "AIDAnova", die ihre Reise aus ähnlichen Gründen in Lissabon abbrach, betrachtet der internationale Branchenverband Clia Kreuzfahrten weiterhin als sichere Reisen. Die Reedereien reagierten schnell und konsequent, hieß es. Von den 360 Kreuzfahrtschiffen weltweit seien rund 70 Prozent derzeit unterwegs. Die aktuellen Fälle auf den Kreuzfahrtschiffen seien nur durch die engmaschigen Kontrollen an Bord entdeckt worden, so der Branchenverband.

Dennoch: In Indien wurden derweil gleich 66 Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff positiv auf Corona getestet. Die insgesamt 2000 Passagiere müssten vorerst an Bord bleiben, hieß es.

Abbruch der Reisen verunsichert

In sozialen Netzwerken ist der Abbruch der Kreuzfahrten ein großes Thema: Viele Menschen äußern sich verunsichert, schreiben, dass sie derzeit lieber auf eine Buchung verzichten würden statt später Ärger zu haben. Einige Touristen erzählen, dass sie sich während der Kreuzfahrt angesteckt haben. Und so mancher Nutzer äußert auch Verständnislosigkeit, warum man in heutigen Zeiten überhaupt auf einem Kreuzfahrschiff sein möchte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Januar 2022 um 08:50 Uhr.