Südkoreanischer Militärposten vor der entmilitarisierten Zone. | AFP

Nach wochenlanger Pause Nord- und Südkorea telefonieren wieder

Stand: 04.10.2021 08:16 Uhr

Mit mehreren Raketentests hatte Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un für Verstimmungen gesorgt. Jetzt haben Nord- und Südkorea ihre grenzübergreifenden Leitungen wieder in Betrieb genommen und wollen wieder regelmäßig telefonieren.

Nord- und Südkorea haben nach wochenlanger Unterbrechung ihre Kommunikation wieder aufgenommen, nachdem Pjöngjang diese im August eingestellt und international für Unruhe gesorgt hatte. Südkorea bestätigte, dass die zweimal täglich stattfindende regelmäßige Kommunikation über militärische und andere vom Vereinigungsministerium betriebene Hotlines wiederaufgenommen wurde. Das südkoreanische Vereinigungsministerium teilte mit, dass Beamte beider Staaten ihr erstes Telefongespräch seit rund zwei Monaten geführt hätten.

Aus Nordkorea kam folgende Erklärung: Staatschef Kim Jong Un habe "die Absicht geäußert, die unterbrochenen Nord-Süd-Kommunikationskanäle wiederherzustellen", teilte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA mit. Der Schritt sei ein Versuch, "dauerhaften Frieden" auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen. 

Gipfeltreffen in Aussicht gestellt

Zuletzt hatte Pjöngjang unter bestimmten Bedingungen wieder Gespräche mit dem Nachbarn einschließlich eines neuen Gipfeltreffens in Aussicht gestellt. "Südkorea sollte positive Anstrengungen übernehmen, die Nord-Süd-Beziehungen auf den richtigen Kurs zu setzen", hieß es in den Staatsmedien.

Die Entscheidung kommt nur wenige Tage nachdem Pjöngjang mit einer Reihe von Raketentests internationale Besorgnis ausgelöst hat. Die Tests veranlassten den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung. 

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte dazu, man unterstütze die innerkoreanische Zusammenarbeit. Die Hotlines trügen zu einem stabileren Umfeld auf der koreanischen Halbinsel bei.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und Südkorea in den 1950er-Jahren wurde lediglich mit einem Waffenstillstandsabkommen beendet. Einen Friedensvertrag gibt es nicht. Formell gesehen befinden sich die beiden Nachbarn somit weiterhin im Kriegszustand.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2021 um 08:00 Uhr.

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Moderation 04.10.2021 • 12:34 Uhr

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