Blick auf Gebäude in der kasachischen Hauptstadt Astana | EPA

Kasachstans Hauptstadt umbenannt Tschüß Nur-Sultan - hallo, Astana

Stand: 17.09.2022 18:31 Uhr

Die Rückumbenennung der kasachischen Hauptstadt zu Astana mag nach einer Posse klingen, stellt aber einen weiteren Bruch mit Ex-Machthaber Nasarbajew dar. Geändert wurde auch die Amtszeit des Präsidenten.

Die Hauptstadt des autoritär regierten Kasachstans heißt nun wieder Astana. Staatschef Kassym-Schomart Tokajew unterschrieb nach Angaben der Präsidialverwaltung eine am Freitag vom Parlament verabschiedete Verfassungsänderung.

Damit wurde der alte Name wiederhergestellt. Aus Astana war im März 2019 Nur-Sultan geworden - zu Ehren des damals nach rund drei Jahrzehnten an der Macht zurückgetretenen Präsidenten Nursultan Nasarbajew.

Karte: Kasachstan

Abkehr von Nasarbajew

Nasarbajew behielt auch nach seinem Rücktritt wichtige Posten und großen Einfluss in dem zentralasiatischen Land zwischen Russland und China. Nach schweren Unruhen im Januar hatte Tokajew weitreichende Reformen angekündigt und Nasarbajew aus dessen verbliebenen Ämtern entfernt. Die Proteste hatten sich an gestiegenen Treibstoffpreisen entzündet, spiegelten aber gleichzeitig breite Unzufriedenheit mit der Politik des Landes wider, die für rund 30 Jahre von Nasarbajew und dessen Partei dominiert worden war.

Nur noch eine Amtszeit

Eine weitere Verfassungsänderung betrifft die Amtszeit des Staatschefs. Sie wird von fünf auf sieben Jahre verlängert, zugleich wird jedoch ausgeschlossen, dass ein Präsident sich für eine zweite Amtszeit bewirbt.

Es wird erwartet, dass der 69-jährige Tokajew nach der Verfassungsänderung noch einmal kandidiert, weil das neue Gesetz nicht rückwirkend, sondern erst mit der nächsten Wahl gilt.

Futurismus in der kasachischen Steppe

Astana, kasachisch für Hauptstadt, war 1997 zur Kapitale erklärt worden. Nasarbajew hatte entschieden, diese von Almaty dorthin zu verlegen.

Astana befindet sich im nördlichen Teil des Landes inmitten der Kasachischen Steppe. Inzwischen leben mehr als 1,1 Millionen Menschen dort. Nasarbajew ließ während seiner Amtszeit viele futuristische Gebäude errichten - sein Vorbild sollen die reichen Staaten am Persischen Golf gewesen sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2022 um 17:00 Uhr.