Ein Soldat am Flughafen Kabul | via REUTERS

Ein Toter in Kabul Bundeswehr an Schusswechsel beteiligt

Stand: 23.08.2021 07:21 Uhr

Am Flughafen in Kabul hat es einen Schusswechsel gegeben. Dabei wurde ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt. Auch die Bundeswehr und US-Soldaten waren an dem Gefecht beteiligt.

Bei einem Feuergefecht afghanischer sowie deutscher und US-amerikanischer Soldaten mit unbekannten Angreifern am Flughafen Kabul ist ein afghanischer Soldat getötet worden. Mindestens sechs weitere Menschen wurden verletzt, wie die Nichtregierungsorganisation Emergency auf Twitter mitteilte. Es sei aber keiner der Angeschossenen in Lebensgefahr.

Die afghanischen Sicherheitskräfte sind im Rahmen der multinationalen Operation in die Absicherung des Flughafens in Kabul eingebunden. Alle Soldaten der Bundeswehr blieben unverletzt.

Warnung vor Anschlägen

Nach Angaben der Bundeswehr kam es zu dem Schusswechsel gegen 04.15 Uhr (MESZ) am Nordtor des Airports. Das Tor ist jedoch geschlossen. Die deutsche Botschaft hatte erst kurz zuvor gewarnt, dass es an den Zugängen immer noch sehr häufig zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen komme. Sie rät Bundesbürgern und afghanischen Ortskräften daher dringend von Fahrten zum Flughafen ab.

Die US-Regierung hatte erst am Sonntag Sorgen vor einem Anschlag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) am Flughafen oder in der Umgebung geäußert. "Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN. Man nehme die Warnungen "absolut todernst". Nach Angaben des Weißen Hauses wurde die Sicherheitszone rund um den Airport unterdessen vergrößert. Die Taliban hätten sich dabei kooperativ gezeigt, hieß es. Die militant-islamistischen Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Luftaufname vom Flughafen in Kabul: oben der militärischen Bereich, unten der zivile Bereich. | ARD-aktuell

Bild: ARD-aktuell

Dramatische Szenen am Airport

Der Kabuler Flughafen wird seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban vor einer Woche von ausländischen Soldaten gesichert. Vor den Toren des Flughafens drängen sich seit Tagen Tausende verzweifelte Menschen, die auf einen Platz in einem Evakuierungsflieger hoffen. Am Samstag wurden die Tore deshalb zeitweise ganz geschlossen. Daraufhin kam es zu Panik und Gedränge, mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Auch die Evakuierungsflüge gerieten zeitweise ins Stocken.

Bislang wurden etwa 30.000 Menschen aus dem Land ausgeflogen. Auch die Bundeswehr hat mehrere Flugzeuge im Einsatz, um Botschaftsmitarbeiter, zivile Helfer und Afghanen, die die Deutschen unterstützt haben, in Sicherheit zu bringen. Bislang hat sie knapp 3000 Menschen außer Landes gebracht. In der Hauptstadt des Nachbarlandes Usbekistan, Taschkent, landete nach Angaben der Bundeswehr aus der Nacht ein Flugzeug mit 213 Passagieren. Die Ortskräfte fürchten Racheakte durch die Taliban, wenn sie in Afghanistan bleiben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2021 um 08:00 Uhr.

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Moderation 23.08.2021 • 11:26 Uhr

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