Grabkammer aus Zeiten von Pharao Ramses II. entdeckt. | AFP

Spektakulärer Fund 3300 Jahre alte Grabhöhle in Israel entdeckt

Stand: 18.09.2022 21:14 Uhr

An Israels Küste ist bei Bauarbeiten eine unversehrte Grabkammer aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. entdeckt worden. In der Anlage befinden sich Tongefäße und menschliche Knochen. Archäologen sprechen von einem spektakulären Fund.

Eine intakte Grabhöhle aus dem 13. Jahrhundert vor Christus ist an der israelischen Küste entdeckt worden. Ein Bagger habe die in Stein gehauene Anlage aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. bei Bauarbeiten in Kibbuz Palmachim am Mittelmeer aufgedeckt, teilte die israelische Altertumsbehörde (IAA) mit. In der Grabkammer fanden Archäologen demnach Amphoren, Öllampen, Krüge und Schalen aller Art, kleine Gefäße für kostbare Substanzen, aber auch Pfeil- und Speerspitzen aus Bronze.

"Das ist wie ein Set aus 'Indiana Jones', eine Höhle mit Gefäßen auf dem Boden, die seit 3300 Jahren nicht mehr berührt wurde", schwärmte Eli Yannai, IAA-Experte für die Spätbronzezeit, mit Blick auf die Abenteuerfilmreihe um den Archäologen Indiana Jones.

Nach Yannais Angaben wurde die Höhle zu Zeiten von Pharao Ramses II. angelegt, der sein Reich von Ägypten aus entlang der Mittelmeerküste bis nach Syrien ausgedehnt hatte. Unklar sei, von wem sie genutzt wurde, schreibt die Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf die IAA. Sie muss demnach einer Familie oder Gruppe über mehrere Generationen als Beisetzungsort gedient haben. Einige Leichen seien auf den Rücken gelegt worden, andere Körper wurden offensichtlich verschoben. Allerdings ließen die Überreste keine DNA-Analysen zu. Aufschlüsse erhofft man sich dagegen von den Rückständen in den Schüsseln und Krügen.

In dem Grab aus Zeiten von Pharao Ramses II. fanden sich zahlreiche Tongefäße und bronzene Pfeil- und Speerspitzen sowie menschliche Knochen. | AFP

In dem Grab aus Zeiten von Pharao Ramses II. fanden sich zahlreiche Tongefäße und bronzene Pfeil- und Speerspitzen sowie menschliche Knochen. Bild: AFP

"Extrem seltener Fund"

Damit ließe sich zumindest ermitteln, was die Menschen damals aßen. Zwar wurde die Höhle von Palmachim nicht von Grabräubern geplündert, wie sehr viele andere in der Antike. Aber offenbar gelang es modernen Dieben, einige Exponate zu entwenden. Die IAA hatte nach dem Fund und der Öffnung des Siegels am Freitag eine Mediensperre verhängt. Allerdings kursierte die Nachricht in den Sozialen Medien. Und offenbar schafften es Unbefugte, an den Wachen vorbei die Höhle zu betreten.

Archäologe Eli Yannai von der Altertümerbehörde sprach von einem "extrem seltenen" Fund, wie Forscher ihn nur "einmal im Leben" machten. Die bis zu ihrer Entdeckung versiegelte Grabkammer könne möglicherweise "ein vollständiges Bild von den Begräbnisriten der Bronzezeit" in der Region liefern.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 19. September 2022 um 08:10 Uhr.