Ein Demonstranten in Jerusalem wird von Israelischen Sicherheitskräften verhaftet | dpa

Zusammenstöße in Israel Festnahmen und Verletzte in Jerusalem

Stand: 25.04.2021 23:46 Uhr

Den dritten Abend in Folge hat es in Jerusalem und am Übergang nach Ramallah Gewalt zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gegeben. Viele Menschen wurden verletzt, es gab zahlreiche Festnahmen.

Bei neuen Zusammenstößen in Jerusalem hat es am Samstagabend Verletzte und Festnahmen gegeben. Hunderte Palästinenser lieferten sich in der Nähe des Damaskus-Tors zur Altstadt Konfrontationen mit der Polizei. Die Demonstranten warfen nach Polizeiangaben Steine und Brandflaschen. Die Sicherheitskräfte setzten nach Medienberichten Blendgranaten ein.

Auch am Kalandia-Übergang nach Ramallah gab es Unruhen. Nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden zwölf arabische Jugendliche verletzt. Die israelische Polizei erklärte, in der Nacht seien 17 Verdächtige festgenommen worden. Vier Polizisten seien verletzt worden.

Nach Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan am 13. April hatte es in Jerusalem bereits mehrfach zu Zusammenstößen gegeben.

Diese gelten auch als Anlass für neue Raketenangriffe militanter Palästinenser im Gazastreifen auf israelisches Gebiet. Seit Freitagabend waren rund 40 Geschosse aus dem Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert worden. Israels Luftwaffe beschoss Einrichtungen der in dem Küstenstreifen herrschenden Hamas.

Demonstranten in Jerusalem | AP Photo/Adel Hana

In der Altstadt von Jerusalem lieferten sich Palästinenser erneut heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bild: AP Photo/Adel Hana

"Angriffe müssen sofort aufhören"

Die Bundesregierung verurteile die Raketenangriffe aus Gaza auf die israelische Zivilbevölkerung auf das Schärfste, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. "Sie sind durch nichts zu rechtfertigen und müssen sofort aufhören." Man beobachte auch die Konfrontationen in Jerusalem mit Sorge. "Besonnenheit und das Bemühen um Deeskalation müssen jetzt Priorität haben." Alle Seiten müssten ihren Beitrag zu einer Beruhigung leisten. Auf Dauer werde nur eine politische Lösung des Konflikts allen Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden und Sicherheit ermöglichen.

Wut über Sperrmaßnahmen

Als Auslöser für die Unruhen in Jerusalem gilt Zorn der Palästinenser über Sperrmaßnahmen der israelischen Polizei in der Altstadt während des Ramadan-Monats. Die muslimischen Freitagsgebete auf dem Tempelberg in der Altstadt waren allerdings friedlich verlaufen. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde. Um die heilige Stätte gibt es immer wieder Streit. In der Nacht zum Montag entfernte die israelische Polizei Absperrungen in der Altstadt.

Netanyahu appelliert an "alle Seiten"

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu rief "alle Seiten" zur Ruhe auf. Recht und Ordnung müssten eingehalten werden, sagte Netanyahu am Samstag nach einer Krisensitzung des Kabinetts. Seine Regierung stehe für "Religionsfreiheit für alle Bewohner und Besucher von Jerusalem" ein. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. April 2021 um 15:00 Uhr.