Kei Komuro und Prinzessin Mako von Japan bei ihrer Trauung. | EPA

Mako von Japan heiratet Bloß nicht mehr Prinzessin sein

Stand: 26.10.2021 09:09 Uhr

Prinzessin Mako, Tochter des japanischen Kronprinzen, hat ihre große Liebe geheiratet: einen Bürgerlichen. Mit der Hochzeit verliert sie ihren Status - und die wenigsten freuen sich für sie.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Ohne Pomp, ohne große Feier geht die Hochzeit in Japans Kaiserhaus über die Bühne. Prinzessin Mako hat sich durchgesetzt, sich die Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft. Mako und ihr Studienfreund Kei Komuro kennen sich schon lange: "Das erste Mal habe ich 2012 bei einer Infoveranstaltung der Uni mit ihm gesprochen", erzählte sie einmal. "Dort saß ich in einem Klassenzimmer für Austauschstudenten hinter Komuro-san."

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Der junge Bürgerliche verdrehte der Prinzessin den Kopf, beide wollten eigentlich 2018 heiraten. Doch dann kamen Geschichten vor allem über die Familie des Bräutigams ans Licht: Vater und Großvater hatten sich das Leben genommen, die Mutter soll ihre Partner ständig gewechselt und geliehenes Geld nicht zurückgezahlt haben.

Da konnte Kei Komuro noch so viel beteuern: "Ich nehme es sehr ernst und weiß, dass ich eine große Verantwortung habe, die Prinzessin zur Frau zu nehmen. Ich werde weiterhin tun, was ich kann." Doch bei der konservativen japanischen Gesellschaft war er unten durch - und beim Kaiserlichen Hofamt natürlich sowieso. Die Hochzeit platzte.

Japans Prinzessin Mako geht zu den drei Palastheiligtümern, um vor ihrer Hochzeit im kaiserlichen Palast in Tokio zu beten. | via REUTERS

Prinzessin Mako, die Tochter von Kronprinz Akishino und Kronprinzessin Kiko, ging vor der Hochzeit zu den drei Palastheiligtümern, um zu beten (Bild vom 19.10.2021). Bild: via REUTERS

Das Paar zieht nach New York

Kei ging nach Amerika, studierte Jura. Prinzessin Mako würde ihn schon vergessen, so die Hoffnung. Doch davon konnte keine Rede sein. Sie litt und liebte dennoch weiter. "Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen mit dieser Situation um die Heirat meiner Tochter nicht zufrieden sind. Und ich denke, meine Tochter merkt das auch", sagte ihr Vater, Kronprinz Fumihito, Ende 2020 zerknirscht und gab dem Paar schließlich doch seinen Segen.

Für Mako bedeutet das: Sie gibt den Titel ab, verzichtet auf die Mitgift von rund einer Million Euro und zieht mit ihrem Gatten wahrscheinlich nach New York, wo er als Anwalt und sie - nun Mako Komuro heißend - vielleicht in einem Museum arbeiten wird, denn sie hat Museumskunde studiert.

Demonstrationen gegen die Heirat

In Japan hat es im Vorfeld der Hochzeit kleine, stumme Demonstrationen gegeben. Noch immer ist eine Mehrheit dagegen. So wie der 72-jährige Toshio: "Ich bin damit nicht einverstanden. Es tut mir leid für das harten Worte, aber der Partner ist einfach viel zu schlecht für sie. Prinzessin Mako gehört zum Kaiserhaus, damit muss sie leben. Der Kaiser und auch ihr Bruder, der auch später der Kaiser wird, sind dort. Das ist wohl ihr nicht bewusst."

Selbst junge Leute sind kritisch: "Um ehrlich zu sein, bin ich gegen diese Heirat", sagt ein junger Mann namens Kanta. "Ich möchte, dass die kaiserliche Familie so bleibt, wie sie ist, weil es eine japanische Tradition ist."

Nicht ganz so kritisch wie ihr Freund ist die 26-jährige Megumi. Zwar hätte sie es besser gefunden, Mako hätte von ihrer Heirat Abstand genommen, aber andererseits sei sie auch nur ein Mensch, findet sie. Und auch wenn sie sich Sorgen um ihre Zukunft mache, stelle sie sich emotional hinter die Prinzessin.

Ob sich jemand sorgt oder dagegen ist: Darum braucht sich das junge Paar bald nicht mehr zu kümmern. Es blickt nach vorn, in eine gemeinsame Zukunft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Oktober 2021 um 10:45 Uhr.