Nur wenige Menschen halten sich im Bereich für internationale Flüge auf dem internationalen Flughafen Narita auf. | dpa

Omikron-Variante Japan lässt Grenzen weiter geschlossen

Stand: 19.12.2021 11:44 Uhr

Japan hat die Grenzschließungen aus Sorge vor der Omikron-Variante verlängert. Für die wenigen, die noch einreisen dürfen, wird die Pflichtquarantäne wegen fehlender Hotelzimmer zu einer Zumutung.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Aus Sorge vor einem Anstieg der Corona-Infektionen durch die Omikron-Variante wird Japan seine Grenzen weiter geschlossen halten. Das gab Regierungschef Fumio Kishida bekannt. Für manche Fluggäste wird die Einreise indes zu einer regelrechten Zumutung. Erst ein Langstreckenflug und dann bis zu fünf Stunden am Flughafen warten, bis alle Sicherheits- und Gesundheitschecks zigmal kontrolliert wurden. Das ist für alle Einreisenden nach Japan schon seit Beginn der Pandemie so. Aber jetzt kommt es noch schlimmer.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Reisende werden nicht richtig informiert

In einem Rückkehrforum in den sozialen Medien berichten Fluggäste, dass sie nach Ankunft in Tokio in einen Bus gesetzt und ins sieben Stunden entfernte Nagoya gebracht wurden. Dort müssen sie ihre Pflichtquarantäne absolvieren, die Japan kürzlich wegen der Omikron-Variante für einige Länder eingeführt hat. Danach geht es wieder sieben Stunden zurück.  

Die Einreisenden werden offenbar auch nicht richtig informiert, sondern einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Das führt zu erheblichem Unverständnis. Grund für diese Zumutungen sind nach wie vor fehlende Hotelzimmer in Tokio. Auf Nachfrage des ARD-Hörfunks beim Gesundheitsministerium hieß es, die Entscheidung der Regierung für die Pflichtquarantäne sei so schnell gefallen, dass man sich nicht habe vorbereiten können.

Zu viele Unbekannte in Bezug auf Omikron

Inzwischen gibt es knapp 70 Omikron-Infektionen in Japan. Ob sie durch Staatsbürger oder Ausländer eingeschleppt wurden, ist nicht bekannt. Regierungschef Kishida begründete die erneute Verlängerung der Grenzschließungen mit zu vielen Unbekannten in Bezug auf die neue Variante.

Kein anderes G7-Land hat so strikte Reisebeschränkungen wie Japan, das quasi nur noch Einheimische und Ausländer mit Langzeitaufenthalt ins Land lässt. Eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet nach einer jüngsten Umfrage die strikten Maßnahmen.

Japan verzeichnet seit Wochen kaum Neuinfektionen, fürchtet aber eine weitere Welle. Mit den Boosterimpfungen wurde gerade erst begonnen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Dezember 2021 um 10:08 Uhr.