Blick auf die israelische Siedlung Giv·at Seev in der Nähe von Jerusalem (Archivbild). | dpa

Westjordanland Israeli bei Anschlag getötet

Stand: 17.12.2021 04:07 Uhr

Mindestens ein Mann schoss im Westjordanland auf Studenten in einem Auto. Einer starb, zwei weitere wurden verletzt. Regierungschef Bennett und sein Verteidigungsminister kündigten an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Ein Anschlag auf jüdische Studenten im Westjordanland hat einen Israeli das Leben gekostet. Zwei weitere Menschen seien leicht verletzt worden, teilten die Behörden mit. Mindestens ein palästinensischer Extremist eröffnete in der Nähe eines Siedlungsaußenpostens das Feuer auf ein Auto, in dem die Studenten saßen.

Ministerpräsident Naftali Bennett und Verteidigungsminister Benny Gantz sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus und kündigten an, der oder die Täter würden gefasst. "Die Sicherheitskräfte werden die Terroristen sehr bald in die Finger bekommen, und wir werden dafür sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird", sagte Bennett.

Noch unklar, wie viele Täter es gab

Militärsprecher Amnon Schefler sagte, die Insassen des Wagens seien unter Beschuss geraten, nachdem sie ein jüdisches Seminar in dem Außenposten verlassen hätten. Auf das Fahrzeug seien etwa zehn Kugeln abgefeuert worden. Soldaten und Spezialeinheiten suchten in dem Gebiet nach dem Schützen. Es war noch nicht bekannt, ob es mehr als einen Täter gab und ob der Angreifer allein handelte, wie Schefler erklärte.

Der israelische Rettungsdienst bestätigte den Tod eines Mannes in den 20ern. Die militante Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, lobte den Angriff. Ihr Sprecher Hasem Kassem bezeichnete die Tat als eine "heroische Operation gegen die Soldaten der Besatzungsarmee und ihre mörderischen Siedler". Die Hamas wollte sich jedoch nicht zu dem Anschlag bekennen, Kassem erklärte, dass der Angreifer allein gehandelt habe.

Anschlag ereignete sich in Siedlungsgebiet

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, der Angriff habe sich in der Nähe der ehemaligen israelischen Siedlung Homesch im Norden des Autonomiegebiets ereignet. Homesch war eine von vier Siedlungen im Westjordanland, die im Rahmen des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 geräumt wurden.

In den letzten Jahren errichteten Siedler dort einen nicht genehmigten Außenposten. Er ist einer von vielen im Westjordanland, die von Israel als illegal betrachtet, von der Regierung jedoch häufig geduldet werden. Israelischen Medien zufolge besuchen jüdische Siedler aus nahe gelegenen Siedlungen immer noch den Hügel, etwa um dort zu beten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Dezember 2021 um 02:15 Uhr.