Eine Luftaufnahme zeigt einen toten Finnwal an einem Strand südlich von Tel Aviv in Israel. | dpa

Schwere Ölpest Israels Mittelmeerstrände gesperrt

Stand: 21.02.2021 16:33 Uhr

Alle Strandabschnitte geschlossen, die Behörden warnen vor Gesundheitsgefahren: Israel kämpft mit den Folgen einer Ölverschmutzung entlang seiner Mittelmeerküste. Die Ursache ist weiterhin unklar, die Auswirkungen auf die Meerestiere sind verheerend.

Wegen einer Ölpest hat Israel alle Strände entlang seiner Mittelmeerküste bis auf weiteres geschlossen. Die Bürger wurden aufgerufen, nicht schwimmen zu gehen und nicht am Strand Sport zu treiben. Die Umweltverschmutzung könne die Gesundheit gefährden, hieß es zur Erklärung.

In den vergangenen Tagen wurden dort Dutzende Tonnen Teermasse angespült. Die Verschmutzung hatte bereits verheerende Auswirkungen auf Fische, Schildkröten und die übrige Meeresvegetation. Die israelische Behörde für Natur und Parks sprach von einer der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte des Landes.

Teerspuren entlang der gesamten Küste

Die Teerspuren wurden von Haifa im Norden des Landes bis in den Süden in Aschkelon nahe des Gazastreifens entlang der Mittelmeerküste gesichtet. Ursache und Zeitpunkt der Verschmutzung sind bislang unbekannt. Die schwarzen Teerklumpen sollen jedoch von einem Sturm an die Küste gespült wordens sein. Experten gehen davon aus, dass der ungewöhnlich heftige Sturm womöglich entweder alten Teer vom Meeresboden nach oben geschleudert hat oder Öl aus einem Frachtschiff freigesetzt wurde.

Ein junger Finnwal, der tot an einen Strand im Süden des Landes angespült wurde, starb nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern des Landwirtschaftsministeriums an der Aufnahme der zähflüssigen schwarzen Masse, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender Kan berichtete. Zunächst hatte es in einer Erklärung der israelischen Naturschutz- und Nationalparkbehörde geheißen, "die Ankunft des Wals kann nicht mit der Teerverschmutzung in Verbindung gebracht werden".

Ein Teerklumpen am Strand von Aschdod in Israel. | REUTERS

Entlang der gesamten Mittelmeerküste wurden Teerklumpen angespült. Die Auswirkungen auf die Tierwelt sind verheerend. Bild: REUTERS

Säuberungsaktion wird "lang und schwierig"

In den vergangenen Tagen beteiligten sich Freiwillige an den Stränden an Säuberungsaktionen. Mehrere von ihnen wurden nach dem Einatmen toxischer Dämpfe in Krankenhäuser gebracht. Die Ministerien für Umweltschutz, Gesundheit und Inneres warnten die Bevölkerung gemeinsam vor dem Betreten des gesamten 195 Kilometer langen Küstenabschnitts, es bestehe eine Gesundheitsgefahr. Das Umweltministerium sicherte zu, die Ursache der Verschmutzung ausfindig zu machen. Die Säuberungsaktion werde "lang und schwierig", erklärte das Ministerium.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu besuchte den Strand nahe der Hafenstadt Aschdod. Er sagte, das Umweltministerium werde einen Plan zur Säuberung der Strände ausarbeiten. Man habe in Gesprächen mit dem südlichen Nachbarland Ägypten zudem vorgeschlagen, dass Schiffe im Mittelmeer künftig mit umweltfreundlichem Treibstoff ausgestattet werden. "Wenn mehrere Länder zusammenarbeiten, können wir binnen weniger Jahre eine große Veränderung bewirken, so dass das Meer, das Land und die Strände sauber bleiben", sagte Netanyahu.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Februar 2021 um 18:00 Uhr.