Soldaten stehen am nun fertiggestellten Grenzwall zwischen Israel und dem Gaza-Streifen. | AP

Israel Grenzwall mit Tiefenwirkung

Stand: 07.12.2021 20:04 Uhr

Mehr als drei Jahre hat Israel an einem mehrere Meter hohen Grenzwall zum Gaza-Streifen gebaut, nun ist er vollendet. Ein wesentlicher Zweck aber liegt unter der Erde.

Von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Die Anlage an Israels Grenze zum Gaza-Streifen ist 65 Kilometer lang. Über der Oberfläche handelt es sich nur in einem kleinen Abschnitt um eine Mauer mit Wachtürmen. Überwiegend besteht die nun nach rund dreieinhalb Jahren fertig gestellte Sperranlage über der Erde aus einem mehrere Meter hohen Zaun mit Sicherheitsstreifen.

Tim Aßmann ARD-Studio Tel Aviv

Das Besondere dieser Grenzanlage ist im Erdreich verborgen. Eine Stahlbetonmauer reicht tief in den Boden hinein, wie tief genau, das ist geheim, und soll Israel vor sogenannten Angriffstunneln aus dem Gaza-Streifen schützen. Durch solche Tunnel versuchten palästinensische Extremisten von der Hamas und anderen Gruppen in der Vergangenheit Anschläge in Israel zu verüben oder Entführungen durchzuführen.

Soldaten und Militärfahrzeuge im Grenzwall an der Grenze zum Gazastreifen | AFP

Diesen Grenzwall soll niemand mehr überwinden - vor allem nicht unterirdisch. Bild: AFP

Gantz verspricht mehr Sicherheit

Die Grenzanlage verfügt neben der unterirdischen Mauer auch über Sensoren, die der Armee beim Aufspüren der Tunnel helfen sollen. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz erklärte anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der Grenzsicherungsanlage, der Hamas werde mit der neuen Technik eine Fähigkeit genommen und den Einwohnern des israelischen Grenzgebiets Sicherheit gegeben.

Nach dem Krieg im Mai ist die Lage an der Gaza-Grenze zurzeit verhältnismäßig entspannt. Die indirekten Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas sind aber bisher erfolglos.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 07. Dezember 2021 um 19:39 Uhr.