Palästinensische Jugendliche verbrennen Reifen an der Grenze zu Israel in der südlichen Gaza-Streifen-Region | dpa

Nach Flaggenmarsch Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Stand: 16.06.2021 03:10 Uhr

Die israelische Luftwaffe hat den Gazastreifen bombardiert, nachdem dort Brandballons gestartet worden waren. Die palästinensischen Proteste wiederum hatten sich am nationalistischen Flaggenmarsch entzündet.

Erstmals seit dem Beginn der Waffenruhe am 21. Mai hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert. Man habe damit auf palästinensische Aktionen mit brennenden Ballons reagiert, die im Süden Israels Feuer ausgelöst hätten, so die Armee. Ziel des Luftangriffs seien militärische Einrichtungen der Hamas gewesen. Man sei auf alle Szenarien vorbereitet, so die israelische Armee weiter.

Im Gazastreifen und im Westjordanland hatte es zuvor Proteste gegen den sogenannten Flaggenmarsch ultrarechte Israelis in Jerusalem gegeben. Während im Gazastreifen Brandballons gestartet wurden, setzten im Westjordanland Demonstranten Autoreifen in Brand und bewarfen israelische Sicherheitskräfte mit Steinen.

Menschen schwenken bei dem umstrittenen Flaggenmarsch am Damaskustor israelische Fahnen. | dpa

Menschen schwenken bei dem umstrittenen Flaggenmarsch am Damaskustor israelische Fahnen. Bild: dpa

Flaggenmarsch durch Jerusalem

Israelische Ultranationalisten waren am Dienstag trotz angespannter Lage durch Ostjerusalem marschiert. Dabei wurden anti-palästinensische Parolen gerufen. Die Route führte auch durch das muslimische Viertel der Jerusalemer Altstadt, was Palästinenser als besondere Provokation empfanden.

Die Angaben zur Größe der Demonstration variieren stark zwischen mehreren hundert Menschen und etwa 5000 Teilnehmenden. Insgesamt war die Menge war aber deutlich kleiner als am 10. Mai. Der "Flaggenmarsch" war damals wegen der Raketenangriffe der Hamas abgebrochen worden.

Elftägiger Konflikt im Mai

Israel hatte sich im Mai einen elftägigen Konflikt mit militanten Palästinensern im Gazastreifen geliefert. Dabei wurden in Israel nach Behördenangaben 13 Menschen getötet, in Gaza starben palästinensischen Darstellungen zufolge 255 Menschen. Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juni 2021 um 08:00 Uhr.