Wladimir Putin trifft Irans Staatschef Ebrahim Raisi in Samarkand | via REUTERS

Asiatischer Gipfel Iran rückt mit Russland und China zusammen

Stand: 15.09.2022 13:54 Uhr

Der Iran strebt die volle Mitgliedschaft in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit an. Das ebenfalls von westlichen Sanktionen geplagte Russland begrüßte die Erweiterung des asiatischen Bündnisses.

Der Iran wird Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Wie der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian auf seiner Instagram-Seite mitteilte, unterzeichnete die Teheraner Führung ein Abkommen über einen Wechsel vom bisherigen Beobachterstatus hin zur vollständigen Mitgliedschaft.

Putin verspricht enge wirtschaftliche Zusammenarbeit

An dem zurzeit im usbekischen Samarkand tagenden SOZ-Gipfel nimmt iranischen Medien zufolge Präsident Ebraim Raisi teil. Er sprach dort auch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Putin, der seinerseits bei dem Gipfel in der Stadt an der Seidenstraße den chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf, versprach dem Iran einer Agenturmeldung zufolge eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Bereits kommende Woche solle eine Delegation von 80 großen russischen Unternehmen die Islamische Republik besuchen, erklärte Putin laut der russischen Staatsagentur RIA. Der Iran bemüht sich in den Kreisen der SOZ darum, die Folgen der vor allem von den USA im Atomstreit verhängten Sanktionen abzufedern.

Iran zeigt Verständnis für Krieg gegen die Ukraine

Russland wiederum ist nach dem Einmarsch in der Ukraine seinerseits mit schärfsten Strafmaßnahmen der USA und der EU belegt worden und ist auf der Suche nach neuen Verbündeten und Absatzmärkten.

Bis der Iran die volle Mitgliedschaft bekommt, dürfte es nach Einschätzung von SOZ-Vize-Generalsekretär Grigory Logwinow noch einige Zeit dauern. Bis dahin könnten Vertreter Teherans aber bereits an Treffen teilnehmen, sagte Logwinow dem russischen Staatsfernsehen. Der Iran hatte im Juli Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine geäußert.

Westen in Sorge

Die militärische und diplomatische Annäherung Russlands an China wird ihrerseits im Westen mit Sorge betrachtet. Parallel zu dem Treffen in Usbekistan starteten die russische und die chinesische Marine eine gemeinsame Militärübung im Pazifik.

Der 2001 gegründeten Organisation gehören neben China und Russland die zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan sowie Indien und Pakistan an. Weitere Länder besitzen einen Beobachterstatus. Iran hatte bereits vergangenes Jahr auf der SOZ-Konferenz in Duschanbe in Tadschikistan die Mitgliedschaft im asiatischen Bündnis beantragt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. September 2022 um 12:00 Uhr.