Irans Ex-Nationalspieler Voria Ghafouri | AFP

Proteste im Iran Ex-Nationalspieler Ghafouri verhaftet

Stand: 24.11.2022 19:49 Uhr

Wegen Kritik an der iranischen Regierung und Beleidigung der Fußballnationalmannschaft ist der ehemalige Nationalspieler Ghafouri festgenommen worden. Er gehört seit Jahren zu den Kritikern des islamischen Systems.

Der ehemalige iranische Fußballnationalspieler Voria Ghafouri ist nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Tasnim verhaftet worden. Dem 35 Jahre alten Verteidiger werde Propaganda sowie Beleidigung der Nationalmannschaft vorgeworfen, hieß es in dem Tasnim-Bericht. Weitere Details zu der Verhaftung wurden nicht angegeben.

Der iranische Fußballverband hat sich zu dem Bericht noch nicht geäußert. Ghafouri gehört seit Jahren zu den Kritikern des islamischen Systems im Iran, insbesondere im Zusammenhang mit der Diskriminierung der Frauen im Land. Wegen seiner öffentlichen politischen Äußerungen wurde er auch letztes Jahr von seinem Verein Esteghlal Teheran entlassen, obwohl er bei den Fans äußerst beliebt war. Er wechselte daraufhin zum südiranischen Club Foolad Khuzestan.

Auch für die Nationalmannschaft wurde Ghafouri wegen seiner politischen Einstellung nicht mehr nominiert, obwohl er immer noch zu den besten Außenverteidigern des Landes gehört. Bei den jüngsten Protesten stellte sich Ghafouri deutlich hinter die Demonstranten und verurteilte mehrmals die brutalen Einsätze der Polizei- und Sicherheitskräfte.

Boykott der Nationalhymne bei WM

Der Iran sollte bei der WM am Freitag gegen Wales antreten. Vor dem ersten Spiel der iranischen Nationalmannschaft in Katar weigerten sich die iranischen Spieler, die Nationalhymne ihres Landes zu singen.

Auslöser der Proteste im Iran war der Tod einer 22-jährigen iranischen Kurdin, die im September von der Sittenpolizei festgenommen wurde. Sie weiteten sich rasch zu landesweiten Demonstrationen aus, bei denen der Sturz der religiösen Führung gefordert wurde. In der kurdischen Region im Westen des Irans waren die Proteste besonders heftig, die Sicherheitskräfte schlugen sie brutal nieder.