Ein Mann in der irakischen Stadt Erbil räumt Trümmer von einer überfluteten Straße. | REUTERS

Unwetter im Nordirak Mindestens elf Tote nach Sturzflut

Stand: 17.12.2021 14:31 Uhr

Bei Überschwemmungen sind im Norden des Irak mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden noch vermisst - darunter auch ein Kind. Weitere Regenfälle könnten die Lage noch verschärfen.

Bei heftigen Regenfällen und Überschwemmungen sind im Norden des Irak Medien zufolge mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Weitere Menschen werden noch vermisst, so dass die Opferzahl weiter steigen könne.

In der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil hätten zahlreiche Straßen unter Wasser gestanden, meldete der kurdische TV-Kanal Rudaw. Schlammiges Wasser floss durch die Straßen der Stadt und riss dabei einige Busse, Lastwagen und Tankwagen mit sich. Andere Fahrzeuge lagen umgestürzt auf der Seite. Viele Bewohner im Hochwassergebiet mussten ihre Häuser verlassen.

Karte vom Irak mit den Städten Bagdad und Erbil

Zehn Monate altes Kind vermisst

Mehrere Menschen starben in den Fluten, ein Mensch wurde von einem Blitzschlag getötet, wie der Sender unter Berufung auf den Gouverneur von Erbil, Umid Khuschnau, berichtete. Ein zehn Monate altes Kind sei aus den Armen seines Vaters gerissen worden und werde vermisst. Westlich von Erbil stürzte eine Brücke ein.

Die Sturzfluten hatten laut Khuschnau gegen vier Uhr morgens begonnen und viele Menschen im Schlaf überrascht. Da noch mehr Regenfälle erwartet würden, bestehe die Gefahr weiterer Überschwemmungen.

Der Premierminster der autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Masrour Barzani, sagte, er sei "zutiefst traurig über die Verluste an Menschenleben und Schäden", die durch die Überschwemmungen verursacht wurden. "Ich habe alle Regierungsbehörden angewiesen, den betroffenen Gebieten sofortige Unterstützung und Hilfe zu leisten", schrieb Barzani auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Irak leidet unter Extremwetter

Der Irak hatte in den vergangenen Jahren unter einigen Extremwetter-Ereignissen zu leiden. Neben Hitzewellen und Dürren gab es auch heftige Überschwemmungen. Sie wurden durch die vorangegangenen Dürren verstärkt, weil die ausgetrockneten Böden kaum Wasser aufnehmen konnten. 

Wegen der Dürren gaben viele Bauern ihre Höfe auf und zogen in die Städte. Dies verschlechtert die Versorgungslage in dem Krisenland weiter. Die Weltbank warnte im November, wegen des Klimawandels sei ein weiterer Rückgang der Wasserressourcen des Irak um 20 Prozent bis zum Jahr 2050 zu befürchten.