Papst Franziskus bei einer Messe im Franso-Hariri-Stadion in Erbil, Irak. | EPA

Papst-Reise im Irak Messe im christlichen Zufluchtsort

Stand: 07.03.2021 16:47 Uhr

Zum Abschluss seiner Irak-Reise hat Papst Franziskus in der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil eine Messe mit Tausenden Gläubigen gefeiert. Zuvor hatte er in Mossul für die Opfer der IS-Terrormiliz gebetet.

Bei seinem Besuch im Irak hat Papst Franziskus in einer Messe vor Tausenden Gläubigen Machtmissbrauch und Korruption angeprangert. "Es tut not, dass die unheilvolle Beeinflussung der Macht und des Geldes aus unseren Herzen und aus der Kirche ausgerottet werden", sagte er in seiner Predigt im Fußballstadion der kurdischen Hauptstadt Erbil.

Bei einer Predigt im Franso-Hariri-Stadion ging er abermals auf die "Wunden des Krieges und der Gewalt" ein, die überall im Land sichtbar seien. Das katholische Kirchenoberhaupt mahnte die Menschen, nicht "nach Rache zu suchen, die in eine endlose Vergeltungsspirale versinken lässt". Stattdessen müsse das Herz mit der Hilfe Jesu "gereinigt, aufgeräumt, geläutert werden". Mit der Weisheit Christi sei es möglich, eine offene Kirche und Gesellschaft aufzubauen.

Papst Franziskus erreicht das Franso-Hariri-Stadion in Erbil, Irak. | REUTERS

Franziskus fuhr im Papamobil in das Stadion ein. Bild: REUTERS

Abstandsgebot und Maskenpflicht wurden im Stadion kaum eingehalten. Bei seiner Ankunft fuhr der Papst mit dem weißen Papamobil durch die Sportstätte, um die jubelnde Menschenmenge zu begrüßen. Erst vor wenigen Wochen hatte es in Erbil einen Raketenangriff mutmaßlicher pro-iranischer Milizen gegeben.

Zufluchtsort vor dem IS-Terror

Erbil wurde für viele Christen zum Zufluchtsort, als die Terrormiliz Islamischer Staat im Nordirak immer mehr Städte einnahm. Vor gut sechs Jahren hielt die Stadt den Angriffen mit Hilfe einer Allianz aus kurdischen Kämpfern und den Vereinigten Staaten stand, als die Islamisten bis auf 40 Kilometer auf Erbil vorgerückt waren.

Gebet vor Kirchenruinen

Zuvor hatte Franziskus in Mossul vor den Trümmern mehrerer zerstörter Kirchen für die Opfer von Gewalt und Krieg gebetet. Der Irak sei als "Wiege der Zivilisation von einem unmenschlichen Sturm" getroffen worden. Dieser habe antike Kultstätten zerstört und Abertausende von Menschen - Moslems, Christen, Jesiden - getötet oder gewaltsam vertrieben.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte Mossul zur Hauptstadt des von ihr ausgerufenen Kalifats im Nordirak erklärt. Menschen dürften nicht im Namen Gottes töten, Krieg führen und hassen, betonte der Papst vor einem Kreuz aus Balken mit Brandspuren. Im Anschluss an die Zeremonie nahm Franziskus eine weiße Friedenstaube in die Hände und ließ sie fliegen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. März 2021 um 17:00 Uhr.