Indonesiens Armeechef Hadi Tjahjanto äußert sich Ende April 2021 zur Havarie des U-Bootes "KRI Nanggala 402". | AP

Havarie der "KRI Nanggala 402" Komplette Besatzung bei Unglück gestorben

Stand: 27.04.2021 13:04 Uhr

Vier Tage nach dem Verschwinden des indonesischen U-Bootes "KRI Nanggala 402" wurde das Wrack im Meer vor Bali gefunden. Alle Seeleute an Bord sind nach Armeeangaben gestorben. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar.

Nun ist es traurige Gewissheit: Das U-Boot "KRI Nanggala 402" der indonesischen Marine ist im Meer vor Bali gesunken. Das Wrack sei gefunden worden. Alle 53 Mitglieder der Besatzung an Bord seien ums Leben gekommen, teilte Indonesiens Armeechef, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, mit.

Das Wrack sei von einem Vermessungsschiff in rund 800 Metern Tiefe geortet worden, sagte der Stabschef der Marine, Admiral Yudo Margono. Ein Tauchroboter sei hinuntergeschickt worden. Die Aufnahmen hätten gezeigt, dass das U-Boot in drei Teile zerbrochen sei. Die Ursache des Unglücks ist bisher unklar. Margono betonte jedoch, dass es nicht auf menschliches Versagen zurückzuführen sei.

Die Aufnahme eines Tauchroboters zeigt einen Teil des gesunkenen indonesischen U-Bootes "KRI Nanggala 402". | dpa

Ein Tauchroboter machte Aufnahmen des gesunkenen U-Bootes. Laut Arrmeeangaben ist es in drei Teile gebrochen. Bild: dpa

Tagelange Suche nach der "KRI Naggala 402"

Die "KRI Nanggala 402" hatte am Mittwoch während einer Torpedoübung den Kontakt zu der restlichen Flotte verloren. Zu diesem Zeitpunkt war das Schiff aus deutscher Produktion rund 95 Kilometer von der Insel Bali entfernt.

Eine groß angelegte Suchaktion wurde gestartet, an der sich mehrere Staaten beteiligten, darunter Australien und die USA. Kurz nach dem Verschwinden äußerte die Armee noch die Hoffnung, die Crew des U-Boots im Falle eines Unglücks lebend zu bergen, da der Sauerstoff an Bord voraussichtlich bis Samstagmorgen ausreichen würde.

Doch erst im Laufe des gestrigen Tages wurden erste Gegenstände im Meer gefunden, die von der "KRI Nanggala 402" stammten, darunter eine Torpedohülle, eine Schmiermittelflasche und Gebetsteppiche. Die Armee teilte mit, dass es sich dabei um Gegenstände handele, die ohne Druck von außen oder einen Schaden an der Torpedo-Abschussvorrichtung nicht nach außen hätten gelangen können. Nach dem Fund der Trümmer mussten die Suchmannschaften davon ausgehen, dass das etwa 60 Meter lange Jagd-U-Boot gesunken ist.

Anteilnahme für Angehörige der Opfer

Noch bevor das Wrack am Sonntag gefunden wurde, hatte Indonesiens Präsident Joko Widodo den Angehörigen der verunglückten Seeleute sein Beileid ausgesprochen. "Dieser Vorfall ist ein schwerer Schock für uns alle. Wir haben unser tiefstes Bedauern der Tragödie zum Ausdruck gebracht, besonders den Familien der U-Boot-Fahrer", sagte er in einer Videobotschaft.

Auch Politiker aus dem Ausland übermittelten ihre Anteilnahme. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer kondolierte bereits am Samstagabend per Tweet.

U-Boot in Kiel gebaut

Das dieselelektrisch angetriebene, 1395 Tonnen schwere Jagd-U-Boot war Ende der 1970er Jahre von der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut worden. Eine Generalüberholung wurde 2012 in Südkorea abgeschlossen. Es war eines von insgesamt fünf Unterseebooten der indonesischen Marine gewesen.

Wann das Wrack geborgen werden kann, ist bislang noch offen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2021 um 14:00 Uhr.