Das indonesische U-Boot KRI "Nanggala" während eines Einsatzes (Archiv) | EPA

Vor indonesischer Küste U-Boot mit 53 Mann an Bord verschwunden

Stand: 21.04.2021 15:25 Uhr

Vor der Insel Bali wird ein indonesisches U-Boot vermisst, eine Suchaktion läuft. An Bord befinden sich 53 Menschen. Die "Nanggala" wurde Ende der 1970er-Jahre in Kiel gebaut.

In Indonesien wird ein U-Boot der Marine mit 53 Menschen an Bord vermisst. Die "Nanggala" habe an einer Übung teilgenommen und sich vermutlich rund 100 Kilometer nördlich der Insel Bali befunden, als sie verschwunden sei, sagte Streitkräftechef Hadi Tjahjanto. Sie habe sich zu einem festgesetzten Zeitpunkt nicht gemeldet.

An Bord seien 53 Menschen, teilte die Marine mit. Der Kontakt sei gegen 3.00 Uhr morgens (Ortszeit) abgebrochen, dann sei das U-Boot verschwunden, so ein Sprecher. Möglicherweise befinde es sich in einer Mulde auf dem Meeresboden in etwa 700 Metern Tiefe, hieß es. "Wir wissen, in welcher Region es ist, aber dort ist es ziemlich tief."

Die indonesische Marine ist mit verschiedenen Spezialschiffen im Einsatz. Zudem seien Singapur und Australien um Hilfe bei der Suche gebeten worden, weil sie U-Boot-Rettungsschiffe besäßen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hätten Hubschrauber einen Ölfleck im Meer entdeckt - etwa an der Stelle, an der es zuletzt Kontakt zum U-Boot gab.

Indonesien mit Bali

Das verschwundene U-Boot war zuletzt vermutlich etwa 100 km nördlich der Insel Bali unterwegs.

Das U-Boot wurde Ende der 1970er Jahre in Kiel gebaut. Seit 1981 ist das knapp 60 Meter lange Boot in Dienst. Die indonesische Marine hat derzeit fünf U-Boote. Bis 2024 sollten es der Militärplanung zufolge acht sein.

Schwierige Bergungen bei U-Booten

Rettungs- und Bergungsaktionen aus großer Tiefe sind extrem schwierig. Im November 2017 war das argentinische U-Boot ARA "San Juan" mit 44 Seeleuten an Bord auf der Fahrt von Ushuaia im äußersten Süden Argentiniens nach Mar del Plata verschwunden. Zuvor hatte es technische Probleme an Bord gegeben.

Eine Suchmannschaft der privaten Firma Ocean Infinity hatte das gesunkene U-Boot erst ein Jahr später in mehr als 900 Metern Tiefe vor der patagonischen Küste geortet. Die Regierung schloss eine Bergung des Schiffes damals aus. Argentinien verfüge nicht über die nötigen technischen Möglichkeiten, hieß es zur Begründung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2021 um 14:00 Uhr.