Rettungskräfte suchen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude in Cianjur (Indonesien) nach Opfern eines Erdbebens. | AFP

Indonesien Mittlerweile 252 Erdbeben-Tote

Stand: 22.11.2022 12:16 Uhr

Nach dem verheerenden Erdbeben in Indonesien ist die Zahl der Toten laut Behördenangaben auf mindestens 252 gestiegen. Hunderte Menschen seien teils schwer verletzt. Einsatzkräfte suchten weiter nach Überlebenden.

Bei dem verheerenden Erdbeben in Indonesien sind mindestens 252 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Katastrophenschutz der am stärksten betroffen Stadt Cianjur mit. Mehr als 370 Menschen seien teils schwer verletzt worden, hieß es. 31 Menschen werden den Angaben zufolge noch unter Trümmern und Erdmassen vermisst. Bislang war die Zahl der Toten nach dem Beben mit 162 angegeben worden.

Die Naturkatastrophe hinterließ eine Spur der Zerstörung. Einsatzkräfte suchen weiter in Häusertrümmern und unter Schlammlawinen nach zahlreichen Vermissten. Mit Hilfe von Baggern und Muldenkippern waren sie dabei, den Zugang zu Gebieten freizuschaufeln, die durch Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten wurden.

Karte: Erdbeben in Indonesien nahe Cianjur

Präsident Widodo besucht Katastrophengebiet

Präsident Joko Widodo besuchte bereits das Katastrophengebiet und versprach finanzielle Hilfen für die Betroffenen. Insbesondere gelte es, die noch Verschütteten zügig zu bergen. Beim Wiederaufbau müssten erdbebensichere Baustandards angewendet werden, da es in dem Inselstaat immer wieder zu Erdbeben kommen werde, warnte er.

Indonesien liegt auf dem pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkangürtel umgibt den Pazifik von drei Seiten. Regelmäßig kommt es zu Vulkanausbrüchen, aber auch zu heftigen Erd- und Seebeben.

"Zu viele Verletzte, als dass man sie zählen könnte"

Das Fernsehen des Inselstaates berichtete den ganzen Tag live aus dem Erdbebengebiet. Unter den Toten sind nach Angaben eines Behördensprechers von Cianjur zahlreiche Kinder. Die Krankenhäuser rund um Cianjur waren völlig überfüllt.

Henri Alfiandi, Leiter der nationalen Rettungsdienste, erklärte zu den Verletzten: "Das sind Menschen, die so verletzt sind, dass sie nicht gehen können. Aber es gibt insgesamt zu viele Verletzte, als dass man sie zählen könnte."

Beben war auch in Hauptstadt Jakarta zu spüren

Das Erdbeben hatte sich am Montagmittag etwa 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Jakarta in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet. Auch in der Millionenmetropole schwankten die Hochhäuser. Schwerere Schäden wurden hier aber nicht gemeldet. Das Epizentrum befand sich einige Kilometer südwestlich von Cianjur.

Im Januar vergangenen Jahres waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. November 2022 um 10:05 Uhr.