Helfer bringen Verstorbene in ein Krematorium | dpa

Corona-Pandemie Indien meldet neuen Höchststand

Stand: 29.04.2021 11:37 Uhr

Die Behörden in Neu-Delhi melden erneute Höchststände bei Neuinfektionen und Toten. Ein erstes Flugzeug mit Hilfsgütern aus den USA soll im Laufe des Tages landen. Die Bundeswehr bringt ab Samstag Soldaten und Geräte nach Indien.

In Indien reiht sich ein Höchstwert an den nächsten. In den vergangenen 24 Stunden registrierte das Gesundheitsministerium 379.000 Neuinfektionen - erneut ein weltweiter Höchstwert. 3645 weitere Menschen sind demnach im selben Zeitraum in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - ebenfalls ein neuer Höchststand.

Die Gesamtzahl der Toten in dem Land liegt damit nun bei 204.832 - Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Erste Hilfslieferungen aus dem Ausland waren in den vergangenen Tagen bereits eingetroffen. Im Laufe des Tages soll ein Flugzeug aus den USA mit einer ersten Hilfslieferung landen. Diese besteht nach Angaben der Entwicklungsbehörde USAID aus 960.000 Schnelltests und 100.000 Schutzmasken vom Typ N95 für Gesundheitspersonal.

US-Hilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar

In den kommenden Tagen sollen nach Angaben des Weißen Hauses unter anderem noch tausend nachfüllbare Sauerstoffflaschen und 1700 Sauerstoffkonzentratoren geliefert werden. Die USA kündigten am Mittwoch an, Hilfsgüter im Gesamtwert von 100 Millionen Dollar zu liefern.

Deutsche Luftwaffe bringt Hilfsgüter und Soldaten

Auch aus Deutschland ist Hilfe unterwegs: Die Luftwaffe soll von Samstag an medizinische Hilfsgüter nach Indien fliegen. In der kommenden Woche werde zudem eine komplexe Anlage zur Herstellung von Sauerstoff mit zwei A400M-Transportflugzeugen in das Land gebracht, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Für den Aufbau der Anlage und eine Einweisung seien dann vor Ort 16 Sanitätssoldaten vorgesehen. Geplant sei, im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums in einem ersten Flug am Samstag 120 Beatmungsgeräte nach Indien zu bringen, hatte das Ministerium zuvor erklärt.

In Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern mangelt es nicht nur an medizinischer Ausstattung, sondern auch an Impfstoffen - obwohl das Land selbst massenhaft davon produziert. Bislang haben weniger als zehn Prozent der Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten.

Die heftige zweite Welle in Indien wird neben der Impfrate auch mit großer Sorglosigkeit inklusive großen religiösen Festen und Wahlkampfveranstaltungen in den vergangenen Wochen sowie mit der Virusmutante B.1.617 in Verbindung gebracht.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht die Variante unter Beobachtung, sie ist etwa im Gegensatz zur britischen Variante B.1.1.7 bisher aber nicht als besorgniserregend eingestuft worden.

Vereinzelte Fälle der Mutante in Deutschland

Die Zahl der Nachweise der indischen Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie "nur vereinzelt", 22-Mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2021 um 07:38 Uhr.