Polizeiauto steht hinter einer Absperrung in einem Viertel in Hongkong (Archivbild) | picture alliance / dpa

Terrorverdacht Neun Menschen in Hongkong festgenommen

Stand: 06.07.2021 14:27 Uhr

In Hongkong sind neun Personen festgenommen worden - sie sollen nach Angaben der Behörden versucht haben, Sprengstoff für Anschläge herzustellen. Sie gehörten einer Gruppe an, die die Unabhängigkeit von China will.

Von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking

Die neun Festgenommenen, fünf Männer und vier Frauen, sind zwischen 15 und 39 Jahre alt. Sechs von ihnen gehen nach Polizeiangaben noch zur Schule. Sie sollen versucht haben, in einem selbstgebauten Labor in einem Hostel in Hongkong den Sprengstoff TATP herzustellen. Neben Rohmaterialien seien auch Spuren des Sprengstoffs entdeckt worden, hieß es.

Ruth Kirchner ARD-Studio Peking

Angeblich mehrere Anschläge geplant

Die Verdächtigen hätten Anschläge in Tunneln, Gerichtsgebäuden und auf das Bahnnetz der Sieben-Millionen-Metropole Hongkong geplant. Sie gehören den Angaben zufolge einer Gruppe namens "Returning valiant" an, übersetzt in etwa "tapfere Rückkehr", die die Unabhängigkeit Hongkongs von China fordert.

Bereits letzte Woche hatte die Polizei zwei Männer festgenommen, die einen Sprengstoffanschlag in der chinesischen Sonderverwaltungsregion geplant haben sollen.

Lage in Hongkong angespannt

In Hongkong ist die politische Stimmung zwei Jahre nach den Massenprotesten gegen den wachsenden Einfluss Pekings und für mehr Demokratie weiterhin angespannt. Als Reaktion auf die Proteste erließ die chinesische Führung vor einem Jahr das umstrittene Sicherheitsgesetz, das den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivisten erlaubt, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Aus Sicht von Kritikern dient das Gesetz dazu, die Opposition mundtot zu machen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Juli 2021 um 13:05 Uhr.