Agnes Chow | dpa

Hongkonger Demokratiebewegung Aktivistin Chow aus Gefängnis entlassen

Stand: 12.06.2021 09:34 Uhr

Agnes Chow gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Hongkonger Demokratiebewegung. Sieben Monate saß sie im Gefängnis, weil sie sich an Protesten im Jahr 2019 beteiligt hatte. Nun wurde sie freigelassen.

Nach sieben Monaten im Gefängnis ist die Hongkonger Demokratie-Aktivistin Agnes Chow aus der Haft entlassen worden.

Die 24-jährige Aktivistin war zusammen mit ihrem langjährigen Mitstreiter Joshua Wong für ihre Teilnahme an einer illegalen Kundgebung verurteilt worden. Außerdem wurde ihr vorgeworfen, mit ausländischen Kräften zusammengearbeitet zu haben. Eine Anklage dafür wurde jedoch noch nicht erhoben.

Die Vorwürfe basieren auf Hongkongs neuem "nationalen Sicherheitsgesetz", das China trotz scharfer internationaler Proteste verabschiedet hatte. Der Regierung in Peking zufolge sollen damit Abspaltung, Subversion, Terrorismus und Einmischung aus dem Ausland bekämpft werden. Als Höchststrafe droht lebenslange Haft.

Chows Freilassung zu einem heiklen Zeitpunkt

Öffentliche Proteste sind unter Verweis auf Corona-Maßnahmen und im Rahmen des sogenannten Sicherheitsgesetzes für Hongkong mittlerweile weitgehend verboten. Die meisten Anführer der Demokratiebewegung wurden festgenommen oder sind ins Ausland gegangen. 

Dennoch wurde am Wochenende ein Großaufgebot der Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Denn Chows Freilassung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Genau vor zwei Jahren, am 12. Juni 2019, versammelten sich Tausende Demonstranten vor dem Parlament der Stadt, um die Verabschiedung der "Sicherheitsgesetz" zu verhindern. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menschenmenge zu zerstreuen.

Internationale Kritik an China

Das Vorgehen der Polizei heizte die Stimmung in der chinesischen Sonderverwaltungszone weiter auf. Die Gewalt während der monatelangen regelmäßigen Proteste nahm zu, während Peking hart blieb und die Demonstranten als Handlanger "ausländischer Kräfte" verunglimpfte. 

Mittlerweile werden die Proteste von den Behörden unterdrückt. Westliche Staaten werfen China vor, mit seinem Vorgehen und vor allem mit dem "Sicherheitsgesetz" den völkerrechtlich garantierten Autonomiestatus der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong zu untergraben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juni 2021 um 09:00 Uhr.